Das Schreckgespenst geht noch weiter um:
Arbeitslosigkeit wird erst richtig einschlagen
- Durch Kurzarbeitet startet Welle bei uns verspätet
- OECD fürchtet Rekord-Arbeitslosigkeit von fast 10%

·Europas Wirtschaft
ist wieder im Aufwind
EU-Kommission erwartet
im 2. Halbjahr Wachstum
·Jeder Dritte glaubt
an Aufschwung 2010
Wirtschaft: Zuversicht
der Österreicher steigt
In Österreich ist bisher die Arbeitslosigkeit weniger stark gestiegen als in den anderen OECD-Ländern, in den "kommenden 6 bis 18 Monaten" dürfte sich das aber umdrehen. Dann wird die Arbeitslosenrate stärker zulegen als im Schnitt der anderen OECD-Staaten, sagte OECD-Experte Herwig Immervoll anlässlich der Vorstellung des OECD-Beschäftigungsberichtes. Während die Arbeitslosenrate bisher etwa 1 Prozentpunkt über den Niveau vor der Krise liege, würden es dann wohl 3,5 Prozentpunkte sein.
Die Konzentration auf den Erhalt von Arbeitsstellen - etwa mit Kurzarbeit - ist der zentrale Grund für den bisher vergleichsweise moderaten Anstieg der heimischen Arbeitslosigkeit. Bei kurzfristigen wirtschaftlichen Problemen sei dies eine sinnvolle Maßnahme, vor allem für Klein- und Mittelbetriebe. Wenn die Wirtschaft aber länger lahmt, dann werden so strukturelle Defizite festgeschrieben, warnte Immervoll. Und Österreich habe gemeinsam mit Deutschland "eine der großzügigsten" Kurzarbeitsregelungen in der OECD. Ohne diese Förderung wäre die Arbeitslosigkeit um 50 Prozent stärker angestiegen, schätzt Immervoll.
"Einbahnstraße"
Aus OECD-Sicht sollte man die Mittel für den Arbeitsmarkt nicht so sehr auf den Erhalt vorhandener Jobs konzentrieren, sondern auch für Neueinsteiger oder Umsteiger verwenden. Auch Früh- und Invaliditätspensionierungen sind arbeitsmarktpolitisch nicht sinnvoll, meinte Immervoll. So würden die Kosten der Arbeitslosigkeit auf zukünftige Jahre übergewälzt. Langfristig sei die Maßnahme sehr teuer und eine "Einbahnstraße", denn "die Menschen kommen nicht (auf den Arbeitsmarkt) zurück".
Rekordhoch in OECD-Ländern
Die Arbeitslosigkeit in den OECD-Ländern könnte im zweiten Halbjahr 2010 auf das Allzeithoch von fast zehn Prozent - 57 Millionen Betroffene - steigen, wenn die hauseigenen Prognosen über die Wirtschaftsentwicklung eintreffen, schreibt die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in ihrem veröffentlichten Beschäftigungsbericht.
Dann wären Ende 2010 um 25 Millionen Menschen mehr von Arbeitslosigkeit betroffen als 2007. Damals hatte die Arbeitslosigkeit mit 5,6 Prozent den Tiefststand seit 25 Jahren erreicht. Im Juni 2009 war dann schon mit 8,3 Prozent der höchste Stand seit dem Weltkrieg erreicht.
(apa/red)

