Dienstag, 15. September 2009

Opel-Gipfel bleibt ohne Erfolgsmeldung:
Streit über Fabriksstandorte nicht gelöst

  • Hilfsgelder: EU-Kommission soll jetzt genau prüfen
  • Magna-Chef Wolf sieht Opel-Deal nicht gefährdet

Deutschland und die anderen europäischen Opel-Länder haben sich nicht auf eine Verteilung der Milliarden-Staatshilfen für den Autobauer einigen können. Das wurde nach einem ersten Treffen der deutschen Regierung mit Vertretern von sechs weiteren Ländern mit Opel-Standorten in Berlin bekannt.

Nach Belgien fordert jetzt auch Spanien eine genaue Prüfung der deutschen Opel-Hilfen durch die EU-Kommission. Sein Land lehne derzeit eine finanzielle Beteiligung ab, sagte der spanische Industrieminister Miguel Sebastian. Die Opel-Sanierung müsse als europäische Lösung angelegt sein.

In Berlin waren Spitzenrepräsentanten von mehreren europäischen Ländern mit Opel-Standorten mit deutschen Offiziellen zusammengetroffen. Österreich wurde durch einen Spitzenbeamten vertreten.

Belgien ist aufgebracht, weil das Werk in Antwerpen als einziger Standort in Europa auf der Streichliste der designierten Opel-Eigentümer, der österreichisch-kanadischen Magna und der russischen Sberbank steht.

Wolf sieht Deal nicht gefährdet
Magna-Europa-Chef Siegfried Wolf rechnet nicht damit, dass die Rettung des Autobauers Opel von der EU-Kommission noch gestoppt wird. "Die gesamte Überlegung beruht auf Wirtschaftlichkeit und ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand etwas gegen Wirtschaftlichkeit hat", sagte Wolf auf der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt. Auch Opel-Chef Carl-Peter Forster machte deutlich, dass er keine europarechtliche Probleme bei der staatlich abgesicherten Übernahme von Opel durch den österreichisch-kanadischen Magna-Konzern und die russische Sberbank erwartet.

Insgesamt will Magna im Zuge der Opel-Sanierung europaweit 10.500 Stellen streichen. Magna-Europa-Chef Siegfried Wolf kündigte an, dass in Deutschland mehr als 4.000 der rund 25.000 Stellen wegfallen.

(apa/red)

15.9.2009 20:06