Es lag nicht nur an der Glücksgöttin: Mit taktischer Disziplin zur Sensation von Rom
- Salzburg bleibt auf dem Boden: "Weiter Außenseiter"
- Stevens: "Wird ganz schwierig, Aufstieg zu schaffen"

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Fortuna alleine kann es nicht gewesen sein. Die Glücksgöttin hatte in Rom zwar ihre Finger im Spiel, Red Bull Salzburg war mit dem 2:1-Sieg gegen Lazio aber auch für eine seiner stärksten Europacup-Leistungen belohnt worden. Vor allem im defensiv-taktischen Bereich scheinen die Bullen Fortschritte gemacht zu haben. Trainer Huub Stevens sprach von "kleinen Schritten in die richtige Richtung".
Selbst der Aufstieg in die K.o.-Phase scheint nach der Sensation zum Auftakt realistisch. In zwei Wochen kommt es in Gruppe G in Salzburg zum direkten Duell mit Topfavorit Villarreal, der zu Hause Lewski Sofia mit 1:0 niedergerungen hatte. Stevens wollte von einer veränderten Ausgangslage aber noch nichts wissen. "Es ist und bleibt so, dass wir der Außenseiter sind", sagte der Niederländer. "Es wird ganz schwierig, den Aufstieg zu schaffen."
Gut sind die drei Punkte nicht nur für den schleppend angelaufenen Kartenverkauf für die Europa League, sondern auch für das Selbstvertrauen der Spieler, die nach dem Aus gegen Maccabi Haifa in der Champions-League-Qualifikation mitunter heftig kritisiert wurden. "Für die Spieler ist so etwas Balsam - sie können also nicht so schlecht sein, wie sie immer hingestellt werden", meinte Sportdirektor Heinz Hochhauser.
Das 2:1 im spärlich besuchten Stadio Olimpico war bereits der dritte Sieg in vier Europacup-Auswärtsspielen dieser Saison und markiert einen weiteren Schritt auf dem Weg der Salzburger, zu einer Mannschaft zusammenzuwachsen. Neben der taktischen Disziplin hatte Stevens vor allem die Geduld seiner Elf hervorgehoben. Zwei Fehler der Lazio-Defensive ermöglichten es Franz Schiemer und Marc Janko, die Partie in der Schlussphase noch umzudrehen.
Ausgerechnet Janko
Vor allem für Janko musste sein Tor in der 93. Minute einer Erlösung gleichkommen - wenn es auch ein sehr glückliches war. Sechs Spiele oder mehr als ein Jahr hatte der Stürmerstar im Europacup nicht getroffen, auch in Rom hatte er als Solospitze einen schweren Stand. "Natürlich tut mir das gut", gestand Janko, für den sich durch die Spielanlage von Neo-Trainer Stevens die Situation geändert hat. "Ich bekomme jetzt nicht mehr so viele Chancen."
Die eine Chance, die ihm Lazios Unglücksrabe Cribari serviert hatte, nützte Janko. Davor hatte sich bereits Defensivkraft Schiemer, zuvor noch für das ÖFB-Team in Rumänien (1:1) erfolgreich, als Mann für wichtige Tore erwiesen. Für den 23-Jährigen, der im Nationalteam rechts in der Abwehr und sonst hauptsächlich in der Innenverteidigung spielt, hatte Stevens in Rom eine ungewohnte Rolle vorgesehen - jene zentral vor der Abwehr.
Schiemer hatte den "Sechser" bereits in der Jugend gespielt. "Er hat seine Sache bis auf das Gegentor auch gut gemacht", meinte Stevens, der mit Thomas Augustinussen einen namhaften Reservisten auf dieser Position auf der Bank schmoren ließ. Die Option Schiemer dürfte vor allem eine gegen stärkere Gegner sein, in der man auf ein Defensivkonzept setzt. Gegen Lazio hatten zumeist sieben bis acht Salzburger gestaffelt verteidigt - mit Erfolg.
Nur knapp 15 Minuten hatten sich die Römer zu Beginn der zweiten Hälfte entfalten können, zogen sich nach dem 1:0 völlig zurück. Salzburg feierte sechs Jahre nach Udine im Oktober 2003 einen weiteren sensationellen 2:1-Sieg in Italien, den ersten der Ära Red Bull bei einem namhaften europäischen Spitzenclub. Den kann ihnen auch bei einem Aus in der Gruppenphase niemand mehr nehmen. Stevens: "Wir sind zufrieden mit dem, was wir haben."
(apa/red)
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