Real Madrid sagt Barcelona den Kampf an:
Souveräner Auftakt zur Champions League
- "Neue Galaktische" schossen in Zürich fünf Tore
- Triplepack von Grafite; Raul und Inzaghi treffen
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Real Madrid, mit neun Triumphen (zuletzt 2002) Rekordgewinner der Champions League und mit Ausgaben von rund 250 Mio. Euro der große Investor dieses Fußball-Sommers, hat zum Auftakt der Champions League 2009/10 dem von den Buchmachern erklärten Favoriten FC Barcelona den Kampf angesagt. Die "neuen Galaktischen" fertigten auswärts den CL-Debütanten FC Zürich 5:2 (3:0) ab, setzten sich in der Gruppe C an die Spitze und dem Titelverteidiger ein Zeichen.
Das "Weiße Ballett", diesmal ganz in Schwarz angetreten, führte zur Pause schon 3:0, ehe es der Ex-Bulle Johan Vonlanthen und seine Kollegen nochmals kurz spannend machten und auf 2:3 herankamen. "Wir ließen nach dem 3:0 ein bisschen nach, haben aber nach dem Anschlusstreffer sofort wieder die Kontrolle übernommen. Wir hatten das Spiel jederzeit im Griff und haben auch in dieser Höhe verdient gewonnen", resümierte der neue Real-Trainer Manuel Pellegrini den Auftritt seiner Millionäre zufrieden.
Evergreen Raul tritt weiter
Kapitän Raul erzielte sein 65. Tor in der Champions League, festigte mit dem 2:0 seine Führung in der ewigen Schützenliste, während Cristiano Ronaldo im Doppelpack traf. "Er hat gezeigt, wie wichtig er für jedes Team ist. Heute hat er wieder beweisen, wie gut er Freistöße schießt", lobte Pellegrini. Die Freistöße des Portugiesen aus jeweils mehr als 25 m Entfernung zum 1:0 und 4:2 halfen mit, dass die erste Etappe auf dem weiten Weg zum 22. Mai erfolgreich bewältigt wurde. An diesem Tag steigt im Madrider Bernabeu-Stadion das Endspiel der Champions League.
"Nach dem ersten Tor verloren wir unsere Ordnung, in dieser Phase spielte Real sehr, sehr gut und mit Souveränität", anerkannte FCZ-Feldherr Bernard Challandes, der beim Stande von 2:3 noch mehr für möglich gehalten hatte. Gestört hätten ihn vor allem die zwei Freistöße des Portugiesen. "Waren es wirklich Fouls oder schützt man nur ihn? Diese beiden Treffer waren entscheidend", so Challandes, dessen Torhüter Johnny Leoni allerdings beide Male keine glückliche Figur gemacht hatte.
"Meine Treffer fielen genau im richtigen Augenblick. Das zweite Tor habe ich Usain Bolt gewidmet", kommentierte Ronaldo und dachte nach seinem ersten EC-Spiel im Real-Dress an den Sprint-Star aus Jamaika. Die spanische Sportzeitung "As" sieht den Vizemeister bereits in der Spur zur Endstation Sehnsucht, es schrieb optimistisch: "Die Madrilenen nehmen Kurs auf ihren zehnten Europacup-Erfolg."
Inzaghi kann es noch immer
Wie Cristiano Ronaldo trafen am ersten Abend der ersten Runde in der Gruppen-Phase auch Filippo Inzaghi, der in der ewigen Europacup-Torjägerliste (alle Bewerbe) mit Raul (je 67 Goals) gleichzog, und der Deutsche Thomas Müller. Der 36-jährige Italiener war im Real-Pool auswärts gegen Olympique Marseille Matchwinner des 2:1 seines AC Milan. "Normal glaube ich immer an mich, aber diesmal hatte ich ein bisschen Angst, weil ich zwei Monate nicht gespielt habe", meinte "Super-Pipo", der vom jungen Trainer Leonardo erstmals in dieser Saison von Beginn an aufgeboten worden war.
Der 16 Jahre jüngere Deutsche hatte im Finish mit der 2:0-Führung und dem 3:0-Endstand großen Anteil am Arbeitssieg des FC Bayern gegen Salzburg-Bezwinger Maccabi Hafa in Tel Aviv. "Der junge Müller ist im Moment sicher die größte Überraschung für alle", meinte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Das Eigengewächs, das vor zwei Tagen seinen 20. Geburtstag feierte, sagte: "Für mich war es wichtig, dass wir gewonnen haben." Dass es drei Jahrzehnte nach Gerd Müller wieder "müllert", entzückte auch den einstigen "Bomber der Nation": "Er hat den Torriecher".
Grafite erfreut Wolfsburger gleich drei Mal
Ronaldo, Inzaghi und Müller wurden aber von einem anderen "Striker" noch übertroffen. Der Brasilianer Grafite trug sich beim 3:1-Heimsieg des VfL Wolfsburg gegen ZSKA Moskau (Gruppe B) mit einem Triplepack ein. "Damit ist für mich heute ein Traum wahr geworden", freute sich der Stürmer, der unbedingt mit zur WM 2010 will. Vor seiner Leistung verneigte sich auch der Gegner. "Wenn man mit so einem Torjäger spielt, hat man eine gewisse Weltklasse", schwärmte ZSKA-Coach Juande Ramos, der es als Ex-Trainer von Real ja wissen muss.
Neben den Wolfsburgern feierte am ersten Abend nur noch Chelsea mit dem 1:0 über die junge Truppe des FC Porto einen Heimerfolg, wobei der Tiroler Referee Konrad Plautz seinen 100. Europacup-Einsatz ohne Probleme absolvierte Ebenfalls in der Gruppe D gab es auch die einzige große Überraschung: APOEL Nikosia, so wie Wolfsburg und Zürich ein CL-Debütant, trotzte im Calderon-Stadion Athletico ein torloses Remis ab. Im Bayern-Pool musste sich Juventus (Alex Manninger auf Bank) in Turin mit einem 1:1 gegen Girondins Bordeaux zufrieden sein und Besiktas Istanbul (mit Ekrem Dag) am Bosporus Manchester United 0:1 geschlagen geben.
(apa/red)
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