Donnerstag, 17. September 2009

Lazio Rom möchte im Schongang gewinnen:
Halbe B-Elf soll die Salzburger bezwingen

  • Für Trainer Ballardini geht die Meisterschaft vor
  • Julio Cruz und Mauro Zarate sollen Tore schießen

Die Meisterschaft geht vor. Darüber sind sich bei Lazio Rom alle einig. Auf die leichte Schulter werde man den Europacup aber nicht nehmen, versprach Lazio-Trainer Davide Ballardini vor dem Auftakt in der Gruppenphase der Europa League heute (21.05 Uhr/live auf NEWS.at) zu Hause gegen Österreichs Fußball-Meister Red Bull Salzburg. Einige Umstellungen wird Ballardini vornehmen - gewollt wie auch ungewollt.

"Wir müssen einige Spieler schonen. Das heißt aber nicht, dass wir auf die Europa League keinen Wert legen", versicherte Ballardini. "Wir werden unser Bestes geben. Das sind wir den Fans schuldig." Im Gegensatz zu den Salzburgern kann der italienische Cupsieger nicht aus dem Vollen schöpfen. Lazio fehlt ein Großteil seiner Topspieler, darunter Kapitän Tommaso Rocchi verletzungsbedingt. Auch Spielmacher Matuzalem ist mehr als fraglich.

Auf Stürmerstar Goran Pandev und Mittelfeldspieler Cristian Ledesma verzichtet der Traditionsclub gar aus freien Stücken. Das Duo wurde nicht für die Europa Leauge genannt, nachdem es sich im Sommer wechselwillig gezeigt hatte. Aufgrund der Personalsituation könnten die "Rebellen", wie sie Präsident Claudio Lotito bezeichnet hatte, demnächst begnadigt werden. Gegen Salzburg werden die Argentinier Julio Cruz und Mauro Zarate das Sturmduo bilden.

Stadion nicht einmal halbvoll
"Wir sind motiviert. Wir gehen in dieses Spiel, um alles zu geben", erklärte Ballardini. "Bei Lazio muss man das immer tun, denn bei den Fans sind sehr viele Emotionen im Spiel." Zum EL-Start wird dennoch nicht einmal ein halbvolles Stadio Olimpico (82.000 Plätze) erwartet. Berüchtigt sind die Lazio-Ultras für ihren Hang zum Neo-Faschismus. Nicht selten war die Curva Nord für antisemitische und rassistische Kundgebungen missbraucht worden.

Reich an Titeln ist ihre Mannschaft dagegen nicht. 2000 hatte Lazio seinen zweiten "Scudetto" geholt, ein Jahr davor mit dem Gewinn des Cups der Cupsieger den größten internationalen Erfolg gefeiert. Danach musste der von finanziellen Schwierigkeiten gebeutelte Traditionsclub den Gürtel enger schnallen. Ligaplatz zehn war 2008/09 die magere Ausbeute. Am Wochenende setzte es nach zwei Auftaktsiegen ein unglückliches 0:2 gegen Juventus Turin.

Lazio hatte zuletzt auch Interesse an ÖFB-Teamstürmer Marko Arnautovic bekundet. Der bleibt aber lieber bei Inter Mailand, den angebotenen Tausch mit Pandev "wird es sicher nicht geben". Die Römer sieht Arnautovic gegen Salzburg in der Favoritenrolle. "Sie sind vor allem technisch eine sehr, sehr gute Mannschaft", erklärte der neue Italien-Legionär. Zudem hat Lazio von den vergangenen elf Europacup-Heimspielen nur ein einziges verloren.

Eine Niederlage hatte es allerdings beim bisher letzten Gastspiel einer österreichischen Mannschaft gesetzt. Sturm Graz hatte die Römer nach einer 1:3-Niederlage im Hinspiel am 12. Dezember 2002 in der dritten UEFA-Cup-Runde auswärts mit 1:0 besiegt. Es war der erste Europacup-Sieg einer österreichischen Mannschaft in Italien gewesen. Salzburg legte ein Jahr später mit einem 2:1 in Udine nach. "Wir müssen auf der Hut sein", meinte Ballardini.

Lazio Rom - Red Bull Salzburg:
(Rom, Stadio Olimpico, 21.05 Uhr, SR Kostas Kapitanis/Zypern).

Lazio: Muslera - Lichtsteiner, Diakite, Cribari, Radu - Dabo, Baronio, Mauri - Foggia/Meghni - Cruz, Zarate
Ersatz: Bizzarri - Siviglia, Bonetto, Stendardo, Eliseu, Del Nero, S. Inzaghi
Es fehlen: Kolarov (gesperrt), Rocchi, Brocchi, Scaloni, Makinwa (alle verletzt), Ledesma, Pandev (beide nicht bei UEFA genannt)
Fraglich: Matuzalem, Lichtsteiner (beide Muskelprobleme)

Salzburg: Gustafsson - Schwegler, Sekagya, Afolabi, Ulmer - Leitgeb, Pokrivac - Tchoyi, Zickler, Svento - Janko
Ersatz: Arzberger - Schiemer, Dudic, Opdam, Vladavic, Augustinussen, Cziommer, Nelisse
Es fehlen: Pitak, Ngwat-Mahop (beide verletzt), Jezek, Rakic, Ilsanker (alle nicht im Kader), Aufhauser, Ilic, Boussaidi, Traoui (alle nicht bei UEFA genannt)

(apa/red)

17.9.2009 07:22