UEFA will finanzielles Wettrüsten stoppen: Europäisches Kontrollverfahren beschlossen
- Kontrolle bei Clubs von der Saison 2012/13 an
- Belgier Dehaene steht dem neuen Gremium vor

Exorbitante Finanzspritzen durch schwerreiche Gönner und zweifelhafte Zuwendungen von Investmentexperten sollen in Europas Fußball der Vergangenheit angehören. Das UEFA-Exekutivkomitee hat die Einführung eines kontinentalen Kontrollverfahrens beschlossen. Das finanzielle Wettrüsten der Top-Clubs soll auf diesem Weg gestoppt werden. UEFA-Präsident Michel Platini hat damit seinen Plan für eine strikte Prüfung der Club-Bilanzen und für "finanzielles Fair Play" im Europacup durchgesetzt.
Verstöße gegen die Finanzregeln können in Zukunft auch für die Vorzeigevereine zu harten Strafen führen - bis zum Ausschluss aus der Champions League. In den kommenden drei Jahren sollen die UEFA-Statuten entsprechend angepasst sein. Ab der Saison 2012/13 dürfen die Ausgaben für Transfers und Spielergehälter die Vermögenswerte der Vereine nicht mehr überschreiten.
Ein neunköpfiges Expertengremium aus Wirtschaft, Sport und Politik, das sogenannte Club Financial Control Panel, soll unter dem Vorsitz des früheren belgischen Premierministers Jean-Luc Dehaene die noch im Detail festzuschreibenden Regeln kontrollieren. "Es war wichtig, diesen Posten mit einer Person seiner Kapazität und Bedeutung zu besetzen", lobte Platini den Politiker. Für eventuelle Sanktionen gegen zu spendable Vereine ist dann allerdings die UEFA-Disziplinarkommission zuständig.
Die European Club Association (ECA) hatte die Initiative Platinis begrüßt, bereits an der Ausarbeitung der Vorschläge mitgewirkt und die Zustimmung der führenden europäischen Vereine erwirkt. Auch reiche Club-Besitzer wie Chelsea-Mäzen Roman Abramowitsch sollen laut dem Franzosen hinter dem Plan stehen.
(apa/red)
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