Comeback eines Traditionsrennstalls:
Lotus kehrt 2010 in die Formel 1 zurück
- Weltverband FIA vergab ihren 13. WM-Startplatz
- Chance für Peter Sauber noch nicht endgültig dahin
Der 13. und letzte Startplatz der Formel-1-WM 2010 ist an den britischen Rennstall Lotus vergeben worden. Laut FIA habe auch das Nachfolgeteam des aktuellen Christian-Klien-Arbeitgebers BMW Sauber eine "eindrucksvolle Bewerbung" abgegeben. Aufgrund des mit Saisonende angekündigten Rückzugs von BMW seien die Unsicherheiten bezüglich der zukünftigen Teamführung jedoch zu groß.
Sauber wurde symbolisch der 14. Startplatz zugesprochen, das Team von Peter Sauber würde also im Fall eines Ausfalls eines anderen Rennstalls als erster Ersatz herangezogen werden. Auch eine andere Variante scheint für Sauber möglich, weil die FIA angekündigt hat, die Anzahl der teilnehmenden Rennställe auf 14 zu erhöhen. Den entsprechenden Antrag will der Verband so schnell wie möglich an die bestehenden Teams stellen.
Reicher Gründer
Das neue Lotus-Team stellt eine Partnerschaft zwischen der Regierung Malaysias und einem Konsortium malaysischer Unternehmer dar. Als Teamchef wird der erfolgreiche Unternehmer Tony Fernandes fungieren. Der 45-Jährige ist Gründer der Billig-Fluglinie Air Asia und laut Forbes-Magazin in der Liste der reichsten Malaysier auf Rang 15 zu finden.
Der Technische Direktor Mike Gascoyne weist mehr als 20 Jahre Formel-1-Erfahrung auf und hat diese Rolle auch bereits in den Teams von Force India, Toyota, Renault und Jordan ausgeübt. Motorenlieferant von Lotus wird Cosworth sein, die vorläufige Teambasis wird in Norfolk in Ost-England zehn Meilen von der Lotus-Autofabrik entfernt aufgeschlagen. Für die Zukunft will Lotus ein Team-Center am Rande der malaysischen Formel-1-Strecke in Sepang errichten.
Comeback nach 16 Jahren
Mit Lotus kehrt ein alter Bekannter in die Formel 1 zurück. Das Original-Lotus-Team hatte zwischen 1963 und 1978 unter Colin Chapman große Erfolge gefeiert, siebenmal holte man in dieser Zeit die Team-und sechsmal die Fahrer-WM.
Chapman starb 1982 nach einer Herzattacke, 1994 war die erste Lotus-Ära in der Formel 1 dann beendet. Ayrton Senna hat 1985 seinen ersten Sieg in einem Lotus gefeiert. Jim Clark hat seine gesamte Karriere bei Lotus verbracht und zwei WM-Titel geholt (1963, 1965). Unter den weiteren Lotus-Weltmeistern befinden sich Graham Hill (1968), Emerson Fittipaldi (1972) und Mario Andretti (1978).
(apa/red)

