Sonntag, 20. September 2009

Chancen auf Verbleib in Weltgruppe intakt:
Knowle/Melzer entscheiden Doppel für sich

  • Chile heute mit zwei "Matchbällen" zum Klassenerhalt
  • Melzer und Koubek müssten beide Einzel gewinnen

Julian Knowle und Jürgen Melzer haben die kleine Chance zum Klassenerhalt in der Davis-Cup-Weltgruppe gewahrt. Die New-Haven-Sieger feierten in Rancagua im Play-off gegen Chile einen glatten 6:2,6:4,6:3-Erfolg nach 2:14 Stunden und verkürzten damit im Länderkampf auf 1:2. Damit fällt die Entscheidung im Rodeo-Stadion erst heute, Chile hat aber quasi noch zwei "Matchbälle" zum Klassenerhalt.

Österreichs Paradedoppel machte nicht viel Federlesens mit den beiden Einzelspielern der Chilenen, bei denen immerhin Doppel-Olympiasieger Nicolas Massu (2004) auf dem Platz stand. Im ersten Satz dominierten die Österreicher nach einem 0:1-Rückstand nach Belieben und stellten nach Breaks zum 2:1 und 4:1 nach 35 Minuten die Weichen zum Sieg. Im zweiten und dritten Satz brachten jeweils Breaks zum 4:3 die Entscheidung zugunsten der Rot-Weiß-Roten.

"Gute Leistung gezeigt"
"Wir haben nicht daran gedacht, wie es steht oder wie groß der Druck ist. Wir haben uns auf unser Tennis konzentriert. Wir haben eine sehr gute Leistung gezeigt", meinte Knowle zur Performance am zweiten Davis-Cup-Tag.

Im Finish verwerteten Knowle/Melzer den vierten Matchball zum ersten Sieg in Rancagua, der freilich nicht letzte bleiben soll. Doch Melzer wird sich im Duell der beiden Nummer-1-Spieler mit Paul Capdeville doch sehr steigern müssen, damit er den Ausgleich zum 2:2 schaffen kann.

"Wir drehen das Ding!"
Auch für Melzer persönlich war der Sieg freilich wichtig. "Klar war es nach gestern sehr wichtig, dass wir heute gewonnen haben und ich eine ansprechende Leistung geboten habe", war Melzer erleichtert. "Wir haben jetzt in der Garderobe noch gesagt: Wir drehen das Ding! Und warum soll uns das nicht gelingen. Den Capdeville kann man immer schlagen und bei 2:2 im Davis Cup gibt es keine Regeln."

Danach wartet Stefan Koubek, der am Samstag als Einziger der Einzelspieler pausieren konnte, auf Olympiasieger Massu. Der Verlierer des Länderkampfs steigt in die Europa-Afrika-Zone I ab, wo Österreich zuletzt vor sechs Jahren gespielt hat.

(apa/red)

20.9.2009 10:02