Ahmadinejad leugnet Holocaust neuerlich: Sieht Massenmord der Nazis als "Vorwand"
- Irans Präsident sorgt bei Rede erneut für Aufsehen
- Neuerliche Zusammenstöße mit den Oppositionellen

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Der iranische Präsident Mahmuud Ahmadinejad hat den Holocaust erneut bestritten. Es sei "eine falsche Behauptung, ein Märchen, das als Vorwand für Verbrechen gegen die Menschlichkeit benutzt wird", sagte Ahmadinejad bei einer anti-israelischen Kundgebung zum sogenannten Al-Quds(Kuds)-Tag am Freitag in Teheran. Al-Quds ist der arabische Name für Jerusalem. In der iranischen Hauptstadt und anderen Städten des Landes demonstrierten nach Angaben der staatlichen Medien Hunderttausende Menschen gegen Israel. Zum ersten Mal seit Mitte Juli nahmen Anhänger der Opposition die Demonstrationen zum Anlass, gegen die umstrittene Regierung zu protestieren.
Ahmadinejad sagte, falls die Europäer Millionen von Juden getötet haben sollten, dann sollten sie den Juden auch "in Europa, Amerika oder Kanada" Land schaffen. "Warum sollen die Palästinenser wegen eines Vorfalls leiden, an dem sie nicht beteiligt waren?", fragte Ahmadinejad. "Es ist unsere nationale, religiöse und islamische Pflicht, dem zionistischen Regime weiterhin entgegenzutreten." Israel bedrohe die nationale Sicherheit aller Staaten im Mittleren Osten. Die mit dem Westen verbündeten arabischen Staaten sollten sich nicht mit Israel einlassen. "Dieses Regime wird nicht lange überleben", erklärte er. "Sein Leben ist am Ende." Die Menschenmenge skandierte "Tod Israel!".
Ahmadinejad hat seit seiner Wahl 2005 mehrfach mit der Leugnung des Mordes an sechs Millionen Juden für Empörung im Westen gesorgt. Zudem hat er Israel als einen Tumor bezeichnet, der entfernt werden müsse.
"Tod dem Diktator"
Augenzeugen sprachen von vielen tausend Menschen unter den Kundgebungsteilnehmern, die sich durch grüne Armbänder oder Kleidung als Anhänger von Oppositionsführer Mir-Hossein Moussavi zu erkennen gaben. Sie protestierten gegen den umstrittenen Wahlsieg von Präsident Ahmadinejad, dem sie Wahlbetrug vorwerfen, und riefen "Freiheit, Freiheit" sowie "Tod dem Diktator".
Nach Berichten von Oppositionsanhängern kam es dabei zu Zusammenstößen zwischen den Demonstranten und der Polizei. Im Internet wurden Fotos von verletzten Demonstranten veröffentlicht. Zudem kursierten Gerüchte über Verhaftungen und angebliche Übergriffe auf den ehemaligen Präsidenten, Mohammed Khatami. Die Polizei hatte die Opposition im Vorfeld scharf davor gewarnt, die Veranstaltung für Proteste gegen die Regierung zu nutzen.
Die Opposition um die unterlegenen Kandidaten Moussavi und Mehdi Karroubi hält die Wiederwahl von Ahmadinejad für unrechtmäßig. Aus ihrer Sicht wurde der Präsident nur dank Wahlmanipulation im Amt bestätigt. Kurz nach der Wahl war es zu den schwersten Unruhen seit 30 Jahren in der Islamischen Republik gekommen.
Der Al-Quds-Tag ist im Iran ein gesetzlicher Feiertag und wird traditionell am letzten Freitag des Fastenmonats Ramadan begangen. Hintergrund ist die Besetzung Ost-Jerusalems durch Israel während des Sechstagekrieges 1967.
(apa/red)
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