Donnerstag, 17. September 2009

Wahlsieger Karzai für eine Untersuchung:
Vorwürfen des Wahlbetruges nachgehen

  • Für eine faire und vorurteilsfreie Aufklärung
  • Glaubt nicht an Betrug im berichteten Ausmaß

Der afghanische Staatschef Karzai hat gefordert, den Betrugsvorwürfen nach der Präsidentenwahl in Afghanistan nachzugehen. "Betrug, wenn es ihn gab, muss untersucht werden, und zwar fair und vorurteilslos", sagte Karzai. Ungeachtet dessen glaube er fest daran, dass die Wahl rechtmäßig abgelaufen sei. Es habe keinen Betrug in dem "Ausmaß gegeben, von dem die Medien berichten".

Nach dem vorläufigen Endergebnis hat Karzai schon im ersten Wahlgang mit 54,6 Prozent der Stimmen die absolute Mehrheit erzielt. Es bestehen jedoch Zweifel, ob nicht ein Teil der Stimmen gefälscht wurde.

Karzais stärkster Herausforderer bei der Wahl im August, Abdullah Abdullah, der demnach auf 27,8 Prozent kam, forderte eine schnelle Aufklärung der Fälschungsvorwürfe. Wenn eine illegitime Regierung weitere fünf Jahre an der Macht bliebe, würde dies die radikal-islamischen Taliban stärken, sagte Abdullah in einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". "Das wäre dann der Fall, wenn die Wahl durch Betrug entschieden würde, wenn also nicht alle betrügerischen Wahlzettel aus dem Ergebnis herausgerechnet würden", fügte er hinzu.

(apa/red)

17.9.2009 09:36