Russland kann wieder ruhig schlafen: USA geben Raketen-Pläne für Mitteleuropa auf
- Raketenschild bewirkte scharfe Kritik aus Russland
- Obama verzichtet nach Bewertung der Lage im Iran

Die USA haben ihre Pläne für einen Raketenschild in Osteuropa nach tschechischen Angaben vorerst auf Eis gelegt. Ministerpräsident Jan Fischer sagte in Prag, US-Präsident Obama habe ihm mitgeteilt, er wolle von dem Vorhaben zunächst Abstand nehmen. Das war nach vorerst unbestätigten Medienberichten das erste offizielle Statement in der Causa.
Das von Obamas Vorgänger George W. Bush angestoßene Programm sah die Errichtung von Stützpunkten in Polen und Tschechien vor. Es führte zu Spannungen mit Russland, das das System als Bedrohung für seine Sicherheit bezeichnete.
Nach Angaben des "Wall Street Journal" basiert die Entscheidung Obamas auf der Einschätzung, dass die Pläne des Irans zum Bau von Langstreckenraketen nicht so weit fortgeschritten seien wie von der Regierung des früheren US-Präsidenten George W. Bush befürchtet.
Russland fühlte sich bedroht
Washington wollte ursprünglich einen Radar in Tschechien sowie zehn Abfangraketen in Silos in Polen stationieren. Entsprechende Verträge mit Prag und Warschau wurden im Sommer 2008 unterschrieben. Heftiger Protest kam wiederholt aus Russland, das die Anlage nahe seiner Staatsgrenzen als militärische Bedrohung ansah und mit Gegenmaßnahmen drohte.
Tief enttäuscht über den Verzicht der US-Regierung auf ein Raketenabwehrschild in Mitteleuropa zeigte sich der ehemalige polnische Staatspräsident Lech Walesa. Zustimmung zu den Plänen der US-Regierung kam indes erwartungsgemäß aus Russland. "Wenn die USA wirklich von ihren Plänen absehen wollen, Raketenabwehreinrichtungen in Polen und Tschechien zu stationieren, dann sind das natürlich gute Nachrichten", sagte ein Mitarbeiter des russischen Außenministeriums.
(apa/red)
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