Wer sperrte Neunjährige in Gully? Polizei
in Deutschland tappt weiterhin im Dunkeln
- Mädchen konnte noch nicht einvernommen werden
- Verbrechen in Essen schockiert unser Nachbarland

Nach der Rettung eines neunjährigen Mädchens aus einem Gully-Schacht in Velbert bei Essen tappt die Polizei in Deutschland noch immer im Dunkeln. Bisher gebe es weder einen Hinweis auf den oder die Täter, noch sei der Tatverlauf geklärt. Die Neunjährige war mit Hilfe eines Spürhundes schwer verletzt aus einem verschlossenen Schacht gerettet worden.
Weil das Kind in einer Essener Klinik in ein künstliches Koma gelegt wurde, konnte es noch nicht angehört werden. Wie die Tat ablief, ist deshalb unklar. Das Mädchen hatte mit schweren Verletzungen und deutlicher Unterkühlung offenbar mehrere Stunden in dem Schacht gelegen. Es gibt keinen Hinweis auf ein Sexualdelikt.
Dieser Fall "hat uns erschreckt", gab der erfahrene Ermittler zu, der von einem "Martyrium" für das Kind sprach. "Nach zehn, 15 oder 20 Stunden wäre das Kind verstorben", sagte der Leiter der Mordkommission, Wolfgang Siegmund.
Staatsanwalt Heribert Kaune-Gebhardt aus Wuppertal wertete das grausame Verbrechen als versuchtes Tötungsdelikt. Da der gut 30 Kilogramm schwere Gullydeckel wieder auf den Schacht gelegt worden sei, müsse der Täter davon ausgegangen sein, dass das Kind in seiner aussichtslosen Lage stirbt.
(apa/red)
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