Yukio Hatoyama schafft es an die Spitze:
Parlament kürt ihn zum Ministerpräsidenten
- Neuer Premier will sein Land aus Rezession führen
- 62-Jähriger stammt aus berühmter Politikerdynastie

·Nach dem Sieg die Herausforderungen
Hatoyama verspricht neue Politik für Japan
·Opposition DPJ feiert Machtwechsel in Japan
'Japans Kennedy' gewinnt
die Parlamentswahlen
Japans bisheriger Oppositionsführer Yukio Hatoyama ist erwartungsgemäß zum neuen Ministerpräsidenten des Landes gewählt worden. Das Unterhaus des Parlaments stimmte mit der Mehrheit der Demokratischen Partei Japans (DPJ) für den 62 Jahre alten Reformpolitiker. Hatoyama hatte die DPJ Ende August zu einem historischen Sieg bei der Unterhauswahl geführt. Die Partei beendete die über 50 Jahre fast ununterbrochen andauernde Regierung der Liberaldemokratischen Partei (LDP) des bisherigen Premiers Taro Aso.
Hatoyama steht vor der großen Aufgabe, das Land aus der schwersten Rezession der Nachkriegszeit zu führen. Er will dazu die Macht der Bürokratie brechen und auf diese Weise staatliche Verschwendung bekämpfen. Er wollte noch am Mittwoch sein Kabinett vorstellen. Die Chefs der bisherigen Oppositionspartner, der Sozialdemokratischen Partei und der Neuen Volkspartei, sollen darin Posten bekommen. Neuer Außenminister der zweitgrößten Wirtschaftsnation der Welt soll der 56-jährige bisherige Generalsekretär der DPJ, Katsuya Okada, werden.
Hatoyama stammt aus einer Politikerdynastie: Schon der Großvater war Premier, sein Vater Außenminister, sein Bruder, der der LDP angehört, war Innenminister. Mit der DPJ tritt eine Partei in Japan die Macht an, die keine Regierungserfahrung hat. Die 1998 gegründete DPJ ist ein Sammelbecken aus LDP-Überläufern, Sozialdemokraten und Ex-Gewerkschaftern.
(apa/red)
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