Iraks Schuhwerfer wieder auf freiem Fuß:
"Attentäter" wegen guter Führung entlassen
- Gericht hatte Journalisten zu 3 Jahren Haft verurteilt
- Al-Zaidi warf Schuh auf den Ex-US-Präsidenten Bush

·Irak: Drei Jahre Haft für Bush-Schuhwerfer
Wegen Attacke auf Ex-
US-Präsidenten verurteilt
Der irakische Journalist Muntazer al-Zaidi (Montasser al-Saidi), der durch seinen Schuhwurf auf den damaligen US-Präsidenten George W. Bush berühmt wurde, ist nach neunmonatiger Haft wieder frei. Dies teilte seine Familie mit. Der Fernsehjournalist war ursprünglich zu drei Jahren Haft verurteilt worden, ein Berufungsgericht verkürzte aber seine Strafe wegen guter Führung.
Bei einem Bush-Besuch im Dezember hatte Zaidi auf einer Pressekonferenz in Bagdad seine Schuhe in Richtung des damaligen US-Präsidenten geworfen und dabei gerufen: "Das ist dein Abschiedskuss, du Hund!" Bush duckte sich weg und wurde nicht getroffen. In der arabischen Welt wurde Zaidis Aktion bejubelt. Nach seiner Entlassung dürfte er wie ein Held gefeiert werden, der Emir von Katar versprach ihm bereits mehrere Sportwagen.
Der Journalist ist nach eigenen Angaben im Gefängnis gefoltert worden. "Während Ministerpräsident Nuri al Maliki auf allen Kanälen behauptet hat, er könne nicht schlafen, solange er nicht wegen meines Schicksals beruhigt worden sei, wurde ich auf das Schlimmste gefoltert", sagte Al Al Zaidi.
Er sei während der neunmonatigen Haft mit Stromkabeln und Eisenstangen geschlagen worden, berichtete der 30-Jährige. Seine Bewacher hätten ihn auch ins Wasser getaucht und das Ertrinken simuliert. Zudem sei er an Orten festgekettet gewesen, an denen er der Kälte ausgesetzt gewesen sei, sagte Al Zaidi. Der irakische Regierungschef Maliki müsse sich bei ihm entschuldigen, weil dieser die Wahrheit über seine Haftbedingungen vertuscht habe.
(apa/red)
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