Europa zwingt Iran Atomgespräche auf:
Nukleartechnik soll in UN debattiert werden
- Irans "Atomminister" sieht Hoheitsrechte verletzt
- Stopp der Urananreicherung in Natanz angestrebt

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Für Wiederaufnahme der internationalen Gespräche
Die Europäische Union besteht darauf, bei neuen Gesprächen mit dem Iran am 1. Oktober vor allem über den Streit um das Atomprogramm Teherans zu reden. "Es ist unmöglich, die Atomfrage auszuklammern", sagte der finnische Außenminister Alexander Stubb. "Diese Frage ist von grundlegender Bedeutung für unsere Beziehungen zum Iran", meinte ein EU-Diplomat am Rande des Außenminister-Treffens.
Zuvor hatte der Chef der iranischen Atomenergiebehörde, Ali Akbar Salehi, vor Journalisten in Wien jedoch gesagt: "Wir sind der Überzeugung, dass Nukleartechnik innerhalb des Systems zur Energiegewinnung in die Hoheitsrechte unseres Landes fällt, darüber verhandeln wir nicht."
Der Stopp der Urananreicherung in der Anlage in Natanz ist neben der Aufklärung über vergangene Waffenprojekte die Hauptforderung, die der UN-Sicherheitsrat und die Internationale Atomenergiebehörde IAEA (IAEO) seit Jahren an den Iran stellen. Am 1. Oktober wollen erstmals seit mehr als einem Jahr wieder die fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates sowie Deutschland mit der Regierung in Teheran über ihr umstrittenes Atomprogramm sprechen. Das Treffen soll in Europa stattfinden.
Appell an den Iran
Die Europäische Union appellierte an den Iran, bei neuen Gesprächen einzulenken. Die EU-Außenminister bekräftigten zugleich ihre Bereitschaft zu einer Verschärfung von Sanktionen gegen Teheran, falls der Iran nicht zu Verhandlungen bereit sei.
Auch die USA sagten ihre Teilnahme an der neuen Runde von Atomgesprächen mit dem Iran zu. Dies sei ein wichtiger erster Schritt, und alle hofften auf das Beste, teilte US-Energieminister Steven Chu am Montag bei der Generalkonferenz der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA in Wien mit.
Gespräche in der Türkei
Die Gespräche werden wahrscheinlich in der Türkei stattfinden. "Ich denke, es ist sehr wahrscheinlich, dass es die Türkei sein wird", sagte EU-Chefdiplomat Javier Solana. Eine Entscheidung sei jedoch noch nicht gefallen.
Solana wollte nicht über eine Verschärfung von Sanktionen gegen den Iran spekulieren, falls es keine Einigung über das Atomprogramm Teherans gebe. "Zu diesem Zeitpunkt versuchen wir, eine Verhandlung zu beginnen", sagte der EU-Außenbeauftragte. "Wir haben bisher immer das zweigleisige Herangehen befürwortet und das werden wir auch weiter tun." Darunter versteht die EU das Angebot von enger Zusammenarbeit mit dem Iran mit der gleichzeitigen Drohung von Sanktionen, falls Teheran dieses Angebot ausschlägt.
(apa/red)
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