Drei Gewinner & ein ganz großer Verlierer:
Tritt Ritsch nach dem Wahldebakel zurück?
- SPÖ: Entscheidung wird heute in den Gremien fallen
- ÖVP: Alleinregierung oder wieder freiwillige Koalition?
FPÖ-Triumph: Stimmen von 2004 fast verdoppelt
·Herbert Sausgruber verteidigt ersten Platz
Vorarlberg: Egger schafft unglaubliche Zugewinne
·Vorarlbergs Politiker geben ihre Stimme ab
BILDER: Sausgruber, Egger & Co. an den Urnen
·Kaltenegger jubelt über Wahlergebnis
ÖVP-Generalsekretär voll des Lobes für Sausgruber
·"Tag der Freude und der Gerechtigkeit"
Bundes-FPÖ "frohlockt" über das Wahlergebnis
·Ritsch bleibt trotz rotem Wahldesaster
"Gegenwind aus Wien" schuld am Debakel?
·Wollen die Grünen in
die Landesregierung?
Rauch will sich vorerst alle Türen offen halten
·BZÖ distanziert sich von der Landespartei
Strutz: "Bedauern" über abgelehnte Unterstützung
·So analysieren die Experten das Ergebnis
Über den Landeshaupt- mannbonus und die FPÖ
·"Das Ergebnis ist
für uns ein Schock"
Die REAKTIONEN zur LTW-Wahl in Vorarlberg

Drei Gewinner und einen ganz großen Verlierer brachte das Ergebnis der Landtagswahl in Vorarlberg. Die ÖVP behielt bei der Vorarlberger Landtagswahl überraschend die absolute Mehrheit an Stimmen, die Freiheitlichen konnten ihr Ergebnis von 2004 fast verdoppeln und die Grünen eroberten mit minimalem Stimmengewinn Platz drei. Ein riesiges Debakel setzte es für die SPÖ, die gerade noch zweistellig ist und sich nun auf Rang vier wiederfindet. Ob der glücklose Spitzenkandidat Michael Ritsch zurücktritt, entscheidet sich heute vormittag in den Gremien.
Für die SPÖ bedeutet das Ergebnis den erstmaligen Rückfall auf Platz vier bei einer Landtagswahl. In traditionellen Hochburgen wie Bregenz und Bludenz fielen die Sozialdemokraten auf Rang drei zurück. Dementsprechend schloss Landesparteichef Michael Ritsch am Wahlabend einen Rücktritt nicht aus. Das Resultat sei "das schlimmste Ergebnis der Sozialdemokratie in der Geschichte - das tut weh, auch persönlich." Die Wahlfeier Sonntagabend wurde abgesagt, die Gremien beraten heute vormittag. Bundesparteichef Werner Faymann sprach sich indes bereits für einen Verbleib Ritschs aus, dieser brauche "mehr Zeit um Vertrauen aufzubauen, und die soll er auch kriegen".
Alleinregierung oder wieder Koalition?
Die zweite offene Frage neben dem möglichen Ritsch-Rücktritt ist, ob die Volkspartei ihrer Tradition treu bleibt und trotz absoluter Mehrheit einen Koalitionspartner in die Regierung aufnimmt. Auch wenn sich FPÖ-Chef Dieter Egger am Wahlabend nochmals andiente, schloss Landeshauptmann Herbert Sausgruber eine Fortsetzung der Kooperation mit den Freiheitlichen aus, nachdem deren Obmann Dieter Egger den Direktor des Jüdischen Museums Hohenems, Hanno Loewy, im Wahlkampf mit antisemitischen Untertönen attackiert und danach eine Entschuldigung verweigert hatte.
Schwarz-blau ausgeschlossen
"Der Wähler hat mitentschieden, dass die FPÖ nicht mehr auf der Regierungsbank sitzt", sagte der ÖVP-Spitzenkandidat. Diesbezüglich seien die Fronten bereits vor der Wahl klar gestellt gewesen. Ob nun die Grünen oder die SPÖ als alternative Regierungspartner in Frage kämen, ließ Sausgruber vor den Beratungen in den Parteigremien heute abend offen. Grünen-Spitzenkandidat Johannes Rauch verschließt sich nicht grundsätzlich. Es sei Sache der ÖVP, ob sie Verhandlungen wolle. Mit seinem Ergebnis war Rauch nicht unzufrieden, wiewohl das angestrebte fünfte Mandat nicht erreicht wurde und somit Vahide Aydins Traum, erste Migrantin im Vorarlberger Landtag zu werden, zumindest fürs Erste unerfüllt bleibt.
Stärkste blaue Landespartei
Obwohl er aus der Regierung fliegen dürfte, konnte sich der blaue Spitzenkandidat Egger zumindest am Wahlabend als Sieger fühlen. Mit den gut 25 Prozent ist die Vorarlberger FPÖ nunmehr die stärkste Landespartei der Freiheitlichen. Das Ergebnis sei eine klare Absage an "die Linkslinke" und "Hetze der Medien", befand der noch amtierende Landesrat. Parteichef Heinz-Christian Strache jubelte von Wien aus mit. Das Ergebnis sei eine "klare Absage" gegen jene, die gegen die FPÖ kampagnisierten.
(apa/red)
