Sonntag, 20. September 2009

Eine Konstante im politischen Geschehen: Der Grünen-Politiker Rauch im Kurzporträt

  • Seine Rolle: Der querdenkende Oppositionelle

Johannes Rauch, der 50-jährige Rankweiler ist seit Jahren eine Konstante im politischen Geschehen im westlichsten Bundesland. Seine von ihm definierte Rolle ist die des querdenkenden Oppositionellen, der die Landes-ÖVP auf Trab hält und sich mit Vorliebe mit Landeshauptmann Herbert Sausgruber matcht. Ein großer Revoluzzer ist er dabei freilich auch wieder nicht.

Rauch machte schon im Wahlkampf keinen Hehl daraus, dass er nicht bis zu seiner Pensionierung Oppositionspolitiker zu bleiben gedenkt. Der Drang, in der Landesregierung mitzugestalten, ist stark - obwohl oder gerade weil das Regieren in Vorarlberg eine unantastbare ÖVP-FPÖ-Angelegenheit zu sein schien.

Der Ausritt von FPÖ-Chef Dieter Egger gegen den Direktor des Jüdischen Museums Hanno Loewy, verbunden mit seinem Rausschmiss aus der Landesregierung, eröffnete Rauch neue Chancen, umso mehr als die Volkspartei an einer Partnerschaft mit der SPÖ nicht sonderlich interessiert scheint. Freilich droht in einer freiwilligen Koalition den Grünen die Rolle des Feigenblattes.

Philosophie der Nachhaltigkeit
Der ehemalige Sozialarbeiter Rauch versteht sich und seine Partei als Ideengeber und Innovationstreiber, der er auch in der Landesregierung sein möchte. Er betont die Philosophie der Nachhaltigkeit nicht nur beim Umweltthema oder der Energiefrage. Die Regierungsparteien schimpfen die Grünen zwar oft "Verhinderer", davon will Rauch aber nichts wissen. Er sieht sich und seine Fraktion als jene Gruppierung in Vorarlberg, die die Probleme seriös durchdenkt.

Innerhalb der Vorarlberger Partei, deren Vorstandssprecher (Parteiobmann) er seit 1997 ist, sorgte speziell sein Einzug in den Landtag im Februar 2000 für Wirbel: Bis dahin war es in der grünen Fraktion aus Unvereinbarkeitsgründen unmöglich gewesen, dass der Parteisprecher zusätzlich ein Mandat als Landtagsabgeordneter übernimmt. Das entsprechende Statut wurde zunächst für ein Jahr außer Kraft gesetzt und anschließend mit großer Mehrheit abgeschafft.

Rauch wurde am 24. April 1959 geboren, ist seit 1981 verheiratet und Vater zweier Töchter. Der diplomierte Sozialarbeiter ist seit Februar 2004 Berufspolitiker. Zuvor führte er seit 1997 die Geschäfte der im selben Jahr gegründeten "Arbeitsinitiative für den Bezirk Feldkirch". Politisch war er von 1990 bis 1996 als Umweltgemeinderat in Rankweil aktiv. Bei den Vorarlberger Grünen sitzt er seit 1995 im Landesvorstand. Seinen Ausgleich findet Rauch beim Klettern, Radfahren und Lesen.

Durchwachsenes Ergebnis
Vorarlbergs Grünen-Chef Johannes Rauch hat bei der Landtagswahl ein eher durchwachsenes Ergebnis erreicht. Der Stand von 2004 konnte nur unwesentlich verbessert werden, das auch von der Bundespartei ersehnte klare Plus verbunden mit einer Trendwende blieb aus. Trotz des Verfehlens des Wahlzieles von fünf Mandaten könnte der ruhige Vorarlberger einen Aufstieg erfahren, dann nämlich, wenn die ÖVP die Grünen freiwillig in eine Koalitionsregierung aufnimmt und Rauch so Landesrat wird.
(apa/red)

20.9.2009 17:23