Freitag, 18. September 2009

Die klassischen Hochburgen im Fokus:
Wie viele Stimmen kann die FPÖ ergattern?

  • Dürfte nach Niederlage 2003 vor Comeback stehen
  • Spannendes rot-blaues Duell wird in Lenzing erwartet

Mit Spannung wird das Abschneiden der Parteien in ihren klassischen Hochburgen erwartet. Besonderes Augenmerk gilt der FPÖ, die 2003 mit massiven Verlusten sogar aus der Landesregierung geflogen war. Da sie von niedrigem Level aus startet, dürfte sie vor einem Comeback stehen.

Die SPÖ, die bei der vergangenen Wahl um 11,3 Prozentpunkte auf 38,3 Prozent zugelegt hatte, will diesmal noch stärker werden. Sie hat als Ziel formuliert, der ÖVP den Landeshauptmannsessel abspenstig zu machen. In ihren Kerngebieten - dem Salzkammergut sowie den Industrie- und Ballungsräumen - muss sie sich allerdings in erster Linie gegen Blau durchsetzen. In Lenzing, einer klassischen roten Hochburg, beispielsweise musste sie bei der Nationalratswahl 2008 empfindliche Verluste hinnehmen (minus 13,2 Prozentpunkte), während die Freiheitlichen in ähnlicher Größenordnung zulegen konnten.

In den Städten will die FPÖ mit dem Ausländerthema mobilisieren. Auch die ÖVP versucht dort, den Blauen mit Kampagnen zur Sicherheit das Wasser abzugraben. Traditionell punktet die Volkspartei aber eher im ländlichen Raum. Ihr bestes Landtagswahlergebnis erzielte sie 2003 mit 82,9 Prozent in St. Radegund (Bezirk Braunau). Bei der Gemeinderatswahl schaffte die ÖVP ein 100-Prozent-Ergebnis - in Atzbach (Bezirk Vöcklabruck), wo sie allerdings als einzige Partei antrat.

Grüne Hochburg war bei der vergangenen Landtagswahl Puchenau bei Linz, wo 21,1 Prozent der Partei ihre Stimme gaben. Die Grünen sind vor allem im Zentralraum stark, konnten zuletzt aber auch im Mühlviertel und im Salzkammergut punkten. Sie haben viel zu verlieren: Die Partei schaffte 2003 den Sprung in die Landesregierung und muss ihren Sitz nun verteidigen - wofür um die zehn Prozent nötig sind.

Die FPÖ, die beim Urnengang 2003 von 20,6 auf 8,4 Prozent heruntergerasselt ist, peilt diesmal ebenfalls wieder einen Regierungssitz an. Traditionell stark sind die Freiheitlichen im Innviertel. Im Linzer Umland und vor allem im Mühlviertel kamen sie bisher weniger gut an. Ihr mit 42,3 Prozent bestes Resultat erzielte die Partei 2003 in St. Georgen am Fillmannsbach (Bezirk Braunau). Spannend wird das Ergebnis im ehemaligen Zogaj-Wohnort Frankenburg, wo die FPÖ bereits bei der Nationalratswahl um 15,4 Prozentpunkte zulegen konnte und die SPÖ 11,9 verlor.

Erstmals seit seiner Abspaltung von den Freiheitlichen geht das BZÖ als eigene Liste bei der oberösterreichischen Landtagswahl an den Start. Für den Gemeinderat treten die Orangen aber nur in 70 der 444 Gemeinden an, in rund 20 steht auch ein BZÖ-Kandidat als Bürgermeister zur Wahl - unter anderem in Bad Goisern. Der Ort ist einerseits die Heimatgemeinde von Parteigründer Jörg Haider und seiner Schwester, BZÖ-Spitzenkandidatin Ursula Haubner, andererseits aber auch eine klassische rote Hochburg.

Hinsichtlich Wahlbeteiligung war 2003 übrigens Nebelberg (Bezirk Rohrbach) mit 94,8 Prozent von 462 Wahlberechtigten Klassenbester. Das Schlusslicht bildete Braunau (11.760 Wahlberechtigte), wo nur 65,2 Prozent zu den Urnen gingen.

18.9.2009 10:09