Falsche Daten haben die Granate gelenkt:
Straf- und Disziplinaranzeige gegen Soldat
- Allentsteig: Navigationssystem im manuellen Modus
- Erfahrener Geschützführer steht noch unter Schock
Menschliches Versagen ist die Ursache für den Einschlag der um drei Kilometer vom Ziel abgewichenen Bundesheer-Granate in einem Wohngebiet in Allentsteig. Das Bundesheer hat gegen den Schützen, einen erfahrenen Soldaten, Straf- und Disziplinaranzeige eingebracht. Einen entsprechenden Bericht des "ORF-Online" hat das Bundesheer bestätigt.
Wenn der Verdacht auf eine Pflichtverletzung besteht, sei eine derartige Maßnahme vonseiten des Vorgesetzten ein ganz normaler Vorgang, damit eine etwaige Untersuchung nicht verjähren kann, erläuterte Pressesprecher Michael Bauer. Normalerweise werden Panzergranaten nur im automatischen Modus abgefeuert. Im aktuellen Fall war aber auf manuellen Betrieb umgestellt, in diesem befanden sich für das Ziel alte falsche Daten. Die Bundesheer-Granate wurde infolge abgeleitet und schlug drei Kilometer von ihrem Ziel entfernt in dem Wohngebiet ein. Die korrekten Angaben befanden sich im automatischen Modus.
Geschützführer unter Schock
Ein derartiger Fehler sei bisher noch nicht aufgetreten, hieß es in der Aussendung des Verteidigungsministeriums. Der Geschützführer stehe unter Schock und werde psychologisch betreut, versehe aber weiter Dienst in der Kaserne. Bis zum Abschluss der Untersuchungen wird er von seiner Tätigkeit abgezogen. Als Konsequenz aus dem Vorfall müsse künftig beim Scharfschießen jeder Wechsel zwischen dem automatischen und dem manuellen Modus gemeldet werden.
Der Zwischenfall in Allentsteig im Waldviertel hat sich im Zuge einer Gefechtsübung der Militärakademie Wiener Neustadt ereignet. Bei dem Unfall wurde niemand verletzt, es entstand aber erheblicher Sachschaden. So wurden etwa ein Fahrzeug, Fensterscheiben und Hausfassaden beschädigt.
(apa/red)
(apa/red)
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