So können Sie Ihren Alpträumen entfliehen:
Im Schlaf erkennen, dass man bloß träumt
- Während Stirnhirn arbeitet schläft Rest des Gehirns
- Vielleicht auch für Menschen mit Psychosen relevant

Mitten in der Nacht. Schweißgebadet schrecken Sie aus dem Schlaf. Wieder mal ein Alptraum! ...Wer sich bisher den nächtlichen Horrorphantasien schutzlos ausgeliefert sah, darf nun Hoffnung schöpfen: Einige Menschen wissen, dass sie träumen, während sie träumen. Jetzt fanden Wissenschafter heraus, dass man diese Fähigkeit auch trainieren kann - was den nächtlichen Ausflügen ins Alptraumland einen großen Teil ihres Schreckens nehmen würde.
Manche Menschen können, während sie träumen, zwischen Realität und Phantasie unterscheiden. Sie wissen also, dass sie nur träumen. Wie die Wissenschafter der Universitäten Bonn, Darmstadt und Mainz sowie der Harvard Medical School in Boston berichten, handelt es sich in diesem Fall um so genannte Klarträume.
Zwei Bewusstseinszustände zugleich
Während eines Klartraums nimmt das Gehirn zwei Bewusstseinszustände zugleich ein: Das schlafende Gehirn träumt und unterzieht die Traumphantasien parallel einem Realitäts-Check. Dabei ist das Stirnhirn deutlich aktiver als der Rest des Gehirns. Der so genannte frontale Cortex ist für die kritische Bewertung von Geschehnissen zuständig - und im Schlaf normalerweise inaktiv.
Ein Teil schläft, der andere analysiert
"Es ist, als wäre ein Teil des Gehirns plötzlich ein wenig wacher, während der Rest weiter schläft", erklärt die Bonner Psychologin Ursula Voss. Eine Untersuchung zeigte, dass jene Personen, die Klarträume haben, diese durch gezieltes Training erhöhen können. Da der Schlafende den Alpträume in diesem Fall nicht mehr als bare Münze nimmt, verliert der Traum auch einen großen Teil seines Schreckens.
Hoffnung für Psychose-Patienten
Auch interessant könnte die Studie für Menschen mit Psychosen sein. Diese Krankheit geht ebenfalls mit Phantasievorstellungen einher, die vom Patienten nicht als solche erkannt werden können. Nur verhält es sich mit den Bewusstseinszuständen in diesem Fall genau umgekehrt: Der Betroffene ist wach, kann die Phantasien aber dennoch nicht kritisch analysieren. Vielleicht könnte er aber auch die bei Klarträumen zutage tretende Fähigkeit trainieren, so dass er lernt, zwischen Wahrheit und Wahn zu unterscheiden. (apa/red)
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