Sonntag, 13. September 2009

Kampf um bessere Preise: Auch Österreichs
Milchbauern gehen jetzt auf die Barrikaden

  • Denkzettel: Landwirte stellen ihre Milchlieferungen ein
  • Protestaktionen in der Steiermark und Oberösterreich
    ÖVP-Bauernbund lehnt Streik ab: "Kein Weg für uns"

Bauern auf den Barrikaden: Ab sofort wird es auch in Österreich einen Milchstreik geben. Die IG-Milch hat bei einer Versammlung bei der Rieder Messe in Oberösterreich einen "Bauernaufstand" zur Unterstützung des von Frankreich ausgehenden europaweit anlaufenden Milchstreiks beschlossen.

Die IG-Milch will ab sofort einen Milchstreik in Österreich samt diversen Begleitaktionen durchführen. Unter anderem sei an Traktorenauffahrten und Milchverschenkungsaktionen gedacht. Das gab IG-Milch-Obmann Ewald Grünzweil nach einem Beschluss zum Milchstreik bei der Rieder Messe bekannt.

Grünzweil sprach von einer historischen Chance auf eine Veränderung der Agrarpolitik. Für die Milchbauern gebe es mit dem aktuellen niedrigen Produzentenpreis keine Perspektive. Sie könnten ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen.

Denkzettel für die Politik
Die Milch solle ab sofort auf den Höfen bleiben. Der Boykott richte sich nicht gegen die Molkereien oder den Handel, sondern an die Politik, um dort ein Umdenken zu erwirken, betonte Grünzweil. Er hofft zudem auf die Solidarität der Konsumenten. Am Montag sind Protestaktionen in der Steiermark und Oberösterreich geplant, die ASFINAG sperrt deshalb vorübergehend mehrere Autobahn-Teilstücke. Zwischen 10:00 und 11:30 Uhr betroffen sind die Pyhrn-Autobahn (A 9), die Semmering-Schnellstraße (S 6) und die Murtal-Schnellstraße (S 36).

Kritik an Streikplänen
Der ÖVP-Bauernbund lehnt den Milchstreik indessen ab. Dieser sei keine Lösung für die österreichischen Bauern und "somit kein gangbarer Weg für uns", betont Bauernbund-Präsident Grillitsch. Ein Streik fördere nur Spekulationen auf dem Spotmarkt. Der Bauernbund-Chef zeigt jedoch auch Verständnis, "dass die österreichischen Bauern aufgrund der existenziell bedrohlichen Situation aufgewühlt sind".

Auch Landwirtschaftskammer-Präsident Gerhard Wlodkowski sprach sich gegen Streiks aus und für massiven Druck auf die EU-Kommission. "Denn nur die EU, kann durch wirksame Marktentlastungs-Maßnahmen den Milchmarkt wieder in Schwung bringen". (apa/red)

13.9.2009 13:00
Marc99, 13. 09. '09 08:54
Transparenzdatenbank
Was ich dort gelesen habe kann doch nicht wahr sein! Auch ich habe die Bauern bisher eher bedauert, jetzt wurde ich allerdings eines Besseren belehrt. Bei den Unsummen die viele (bestimmt nicht alle) Bauern an Förderungen bekommen könnten sie die Milch ohnehin zum Nulltarif hergeben, so kassieren sie halt zweimal. Und dann noch auf die EU schimpfen, die Bauern sind doch die einzigen die von der EU profitieren! Hoffentlich geht der EU bald das Geld aus, damit sich dierser Förderwahnsinn aufhört!
diwidagg, 13. 09. '09 12:02
Re: Transparenzdatenbank
Förderung? Ich wäre dafür diese Leistungen für die Allgemeinheit, wie "mähen von Steilflächen", "erhalten der Kulturlandschaft", Lawienen- und Murenschutzmasnahmen öffentlich auszuschreiben! Da aber allen beteiligten bewusst ist, dass keiner diese Arbeit billiger macht als die Bauern wird es von der Politik eben so als Geschenk an die Bauern dargestellt!!!
Marc99, 13. 09. '09 12:51
Leistungen für die Allgemeinheit?
Der Schwachsinn von der Leistung für die Allgemeinheit ist so alt wie die Förderungen. Bauern stellen es immer als Leistung für die Allgemeinheit dar wenn sie ihre Wiesen abmähen um damit ihre Kühe zu füttern. In diesem Sinn erbringt jeder Hausbesitzer der seinen Rasen mäht eine Leistung für die Allgemeinheit. Ich bin dafür, dass Bauern einen Milchpreis von 30 - 35 Cent bekommen und dafür alle Gelder die man in der Transparenzdatenbank nachlesen kann abgeschafft werden.
diwidagg, 13. 09. '09 16:12
Re: Transparenzdatenbank
Gute Idee! Ich wäre soforf dafür, abschaffen der EU-Zahlungen! Alle hätten was zu grübeln, die Bauern wie sie einen Arbeitsplatz finden, die Industrie wie sie Narung künstlich herstellen kann, die Bevölkerung wie sie sich schützt vor Lawinen und Muren, vieleicht kommt auch einer auf die Idee, dass diese Kulturlandschaft doch erhalten werden sollte ? Dann stellt sich nur noch die Frage, wie soll all dieses erhalten werden? Herr Marc99, Gründe eine Firma, kaufe Maschinen und Gerätschaften und versuche mit diesem Transparenzdatenbank-Geld dies Leistungen zu erbringen! Viel Glück
Marc99, 13. 09. '09 18:01
Lawinen und Muren
gehen übrigens bekannterweise dort ab wo die Land- und Forstwirtschaft aus Geldgier in der Natur Schaden anrichtet und nicht dort wo die Natur unberührt bleibt. Ebenso wurde das Trinkwasser in vielen landwirtschaftlichen Gebieten durch Überdingung inzwischen ungenießbar. Das ist jetzt zwar nicht das Thema, aber hören sie doch auf damit die Landwirtschaft als Retter der Umwelt darzustellen - das Gegenteil ist der Fall!
Antal, 13. 09. '09 07:44
Wer macht die Preise?
Die Protestaktion ist nicht gegen Molkereien oder den Handel gerichtet sondern gegen die Regierung. Wer hat Einfluss auf die Preise bzw. wer macht die Preise?? Wer handelt die Preise für die Bauern aus??? Die Bauernvertreter, Genossenschaften, Molkereien und der Handel!!! Nicht eine Regierung!!! Die Bauern sollen aus ihrer Trance einmal aufwachen, eine Regierung macht keine Peise, egal welche!! Die eigenen Leute besch... die Bauern!!!
Antal, 13. 09. '09 07:37
Wer nimmt die Milch ab
Natürlich ist der Bauernbund gegen Streik. Die sind doch die hauptverantwortlichen für die niedrigen Preise bzw. sind in enger Verbindung mit den Abnehmern der Milch und aller anderer Produkte der Bauern. Die Bauern sollte einmal nachdenen wer ihnen die Produukte abnimmt und zu welchen Preisen. Die Bauern sollten aber beachten, Keine Regierung oder Partei macht Preise, die Abnehmer wie Genossenschaften usw. sind es.