Kampf um bessere Preise: Auch Österreichs
Milchbauern gehen jetzt auf die Barrikaden
- Denkzettel: Landwirte stellen ihre Milchlieferungen ein
- Protestaktionen in der Steiermark und Oberösterreich
ÖVP-Bauernbund lehnt Streik ab: "Kein Weg für uns"
·"No milk today": Die Rebellion der Bauern
Landwirte stellen ihre Milchlieferungen ein
·INFOGRAFIK: Milch- wirtschaft in der EU
Deutschland Spitzenreiter
unter den Produzenten
·Existenz unserer Milchbauern bedroht
Tiefe Sorgenfalten bei Minister Berlakovich

Bauern auf den Barrikaden: Ab sofort wird es auch in Österreich einen Milchstreik geben. Die IG-Milch hat bei einer Versammlung bei der Rieder Messe in Oberösterreich einen "Bauernaufstand" zur Unterstützung des von Frankreich ausgehenden europaweit anlaufenden Milchstreiks beschlossen.
Die IG-Milch will ab sofort einen Milchstreik in Österreich samt diversen Begleitaktionen durchführen. Unter anderem sei an Traktorenauffahrten und Milchverschenkungsaktionen gedacht. Das gab IG-Milch-Obmann Ewald Grünzweil nach einem Beschluss zum Milchstreik bei der Rieder Messe bekannt.
Grünzweil sprach von einer historischen Chance auf eine Veränderung der Agrarpolitik. Für die Milchbauern gebe es mit dem aktuellen niedrigen Produzentenpreis keine Perspektive. Sie könnten ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen.
Denkzettel für die Politik
Die Milch solle ab sofort auf den Höfen bleiben. Der Boykott richte sich nicht gegen die Molkereien oder den Handel, sondern an die Politik, um dort ein Umdenken zu erwirken, betonte Grünzweil. Er hofft zudem auf die Solidarität der Konsumenten. Am Montag sind Protestaktionen in der Steiermark und Oberösterreich geplant, die ASFINAG sperrt deshalb vorübergehend mehrere Autobahn-Teilstücke. Zwischen 10:00 und 11:30 Uhr betroffen sind die Pyhrn-Autobahn (A 9), die Semmering-Schnellstraße (S 6) und die Murtal-Schnellstraße (S 36).
Kritik an Streikplänen
Der ÖVP-Bauernbund lehnt den Milchstreik indessen ab. Dieser sei keine Lösung für die österreichischen Bauern und "somit kein gangbarer Weg für uns", betont Bauernbund-Präsident Grillitsch. Ein Streik fördere nur Spekulationen auf dem Spotmarkt. Der Bauernbund-Chef zeigt jedoch auch Verständnis, "dass die österreichischen Bauern aufgrund der existenziell bedrohlichen Situation aufgewühlt sind".
Auch Landwirtschaftskammer-Präsident Gerhard Wlodkowski sprach sich gegen Streiks aus und für massiven Druck auf die EU-Kommission. "Denn nur die EU, kann durch wirksame Marktentlastungs-Maßnahmen den Milchmarkt wieder in Schwung bringen". (apa/red)

