Mittwoch, 9. September 2009

Deflation beflügelt Österreichs Kaufkraft:
Preisschwinden hat auch positive Effekte

  • Krise trifft die Kaufkraft von Wohlhabenden stärker
  • Süden & Osten sind weiterhin einkommensschwach

Die seit Juni herrschende Deflation ist Balsam auf das geschundene Leder heimischer Geldbörsen. Seit Anfang des Jahres entwickelt sich die Inflation Monat für Monat nach unten, was der Kaufkraft der Österreicher entgegen kommt. Nach einer bereits im Juni leicht negativen Inflationsrate von 0,1 Prozent sank das Preisniveau im Juli sogar um 0,3 Prozent. Damit kam die Teuerung auf den niedrigsten Stand seit Sommer 1966. An Kaufkraft einbüßen mussten vor dem Hintergrund der globalen Wirtschaftskrise lediglich die Wohlhabenderen.

Ein Auseinandergehen der Einkommensschere könne statistisch nicht nachgewiesen werden, berief sich RegioData auf die Quellen Eurostat und Statistik Austria. Der Anteil der armutsgefährdeten Österreich sei mit 12 Prozent in den vergangenen zehn Jahren konstant geblieben.

Sorgenkinder im Süden und Osten
Zu den einkommensschwächsten Region in Österreich zählen heuer einmal mehr das südliche Burgenland, die Oststeiermark, große Teile Kärntens sowie Osttirol. Hier liegt die Kaufkraft schon seit Jahren um rund 15 bis 20 Prozent unter dem österreichischen Durchschnitt.

Ausreißer nach oben finden sich vor allem in Wien/Innere Stadt, wo dem durchschnittlichen Bewohner jährlich 36.140 Euro zur Verfügung stehen, auch der Bezirk Mödling mit Gießhübel (25.630 Euro), Brunn am Gebirge (25.560 Euro) und Perchtoldsdorf (25.520 Euro) sowie Lech am Arlberg (24.700 Euro) konnten zulegen.

Der Wintertourismus sei für die ursprünglich kleinen Bergdörfer in Tirol und Vorarlberg "ein absoluter Wohlstands-Turbo", sagte ein Sprecher der RegionData Research GmbH zur APA. Ohne diese Einnahmen würde das durchschnittliche Einkommen vermutlich nicht einmal die Hälfte erreichen.
(apa/red)

9.9.2009 13:19