Sonntag, 13. September 2009

US Open haben ihr Traumfinale: Federer
gegen Djokovic um Einzug in das Endspiel

  • Federer gegen Söderling zum ersten Mal mit Mühe
  • 13. Aufeinandertreffen zwischen Federer & Djokovic

Die US Open haben ihr Traum-Halbfinale bei den Herren: Topfavorit Roger Federer setzte sich im Viertelfinale gegen den Schweden Robin Söderling letztlich mit viel Mühe mit 6:0,6:3,6:7(6),7:6(6) durch und auch der als Nummer 4 gesetzte Novak Djokovic rang Fernando Verdasco mit 7:6(2),1:6,7:5,6:2 nieder. Damit treffen der Schweizer und der Serbe zum insgesamt 13. Mal und zum heuer vierten Mal aufeinander.

Bei den Damen beendete die dänische Weltranglisten-Achte Caroline Wozniacki im Teenager-Duell mit Aufsteigerin Melanie Oudin den Siegeslauf der 17-jährigen US-Amerikanerin. Wozniacki ließ Oudin beim 6:2,6:2 keine Chance und trifft nun in ihrem ersten Grand-Slam-Halbfinale auf eine weitere Überraschungsspielerin: Yanina Wickmayer. Die Belgierin besiegte die Ukrainerin Katerina Bondarenko mit 7:5,6:4 und hielt damit die Chance auf ein rein-belgisches Damen-Endspiel offen. Im zweiten Semifinale treffen ja ihre ungesetzte Landsfrau Kim Clijsters und Topfavoritin Serena Williams (USA-2) aufeinander.

Federer durchlebte gegen Söderling eine emotionale Achterbahnfahrt: Nach zwei fast perfekten Sätzen konnte er einen fünften Satz nur um einen Punkt vermeiden. Dann zog Federer in sein bereits 22. Major-Halbfinale in Serie ein. Die Uhr im Arthur-Ashe-Stadium zeigte schon sechs Minuten nach Mitternacht an, als die Fans noch einmal munter wurden. Söderling führte im Tiebreak des vierten Satzes 6:5 und erwartete Federers Aufschlag, den er zum Gleichstand ausnützen wollte. Doch zwei verschlagene Vorhandbälle besiegelten das Schicksal des Schweden. "Ich bin sehr froh, dass ich in vier Sätzen gewonnen habe, es war am Schluss wirklich sehr eng", freute sich Federer, dessen stärkster Trumpf an diesem Tag sein Aufschlag (28 Asse) war.

Zu Beginn hatte nichts darauf hingedeutet, dass der zwölfte Sieg Federers im zwölften Vergleich mit dem Schweden auch nur ansatzweise in Gefahr geraten könnte. "Rog" degradierte seinen Gegner zum Statisten. Söderling war frustriert, zerstörte gegen Ende des zweiten Satzes seinen Schläger und fing sich dann. Trotz fast hoffnungsloser Lage gab Söderling nicht auf und gewann den dritten Satz nach 0:4-Rückstand im Tiebreak.

Glücklicher Federer
Federer sicherte sich aber das entscheidende Tie-Break im vierten Satz und war danach glücklich. "Ich habe eine Zeit lang Traumtennis gespielt und konnte ihn dominieren wie noch nie zuvor." Doch auch er musste erkennen, wie schnell sich im Tennis das Blatt wenden kann. "Ich hätte den Breakball zu Beginn des dritten Satzes nützen oder das Tiebreak nach dem klaren Vorsprung beenden können. Danach hat man gesehen, wie schnell es wechseln kann, wenn man solche Chancen nicht nützt."

In seinem 22. Major-Halbfinale en suite trifft Federer in der Wiederholung des Endspiels von Cincinnati auf Djokovic. Der als Nummer 4 gesetzte Serbe setzte sich gegen den durch eine Bauchmuskelzerrung gehandicapten Verdasco durch und erreichte damit das dritte US-Open-Halbfinale in Serie.

Federer, der heuer in Rom und Miami schon gegen Djokovic verloren hat, ist gewarnt. "Er hat schon in Cincinnati gut gespielt und steht hier zurecht im Halbfinale." Djokovic gab die Favoritenrolle aber gleich an Federer: "Über Roger müssen wir kein Wort verlieren. Ich habe nur eine Chance, wenn ich einen perfekten Tag erwische." In der Weltrangliste wird er am Montag als Nummer zwei geführt, falls er das Turnier gewinnt und Rafael Nadal nicht ins Halbfinale kommt.
(apa/red)

13.9.2009 12:29