"Die WM können wir abschreiben": Red Bull
nach Monza-Pleite wohl aus dem Titelrennen
- Teamchef Marko rechnet nicht mehr mit Chancen
- Hochgeschwindigkeitspiste lag dem Boliden kaum

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Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz war extra am Renntag nach Monza gereist. Dort musste der Energy-Drink-Milliardär mitansehen, wie sein Formel-1-Team wohl endgültig seine Chancen auf den WM-Titel verspielte. Red Bull war auf dem High-Speed-Kurs in Italien chancenlos. "Die WM können wir abschreiben", gestand Helmut Marko, Mateschitz' rechte Hand im Motorsport-Bereich.
Vier Rennen vor Schluss fehlen Sebastian Vettel 26 und seinem Teamkollegen Mark Webber gar 28,5 Punkte auf WM-Leader Jenson Button. "Das ist nicht mehr aufzuholen", meinte auch Österreichs dreifacher Weltmeister Niki Lauda. "Sie waren einfach viel zu langsam." Und das am gesamten Wochenende. Webber war bereits in der ersten Runde ausgeschieden, Vettel kam nicht über Platz acht hinaus.
Das zu Saisonmitte noch schnellste Auto im Feld war im "königlichen Park" fast unfahrbar gewesen. Immer wieder war Vettels Heck ausgebrochen. "Wir haben uns mit den Flügeln am Limit bewegt", erklärte Marko. Dadurch hätte das Team versucht, die fehlende Leistung des Renault-Motors gegenüber der Konkurrenz auszugleichen. Über Nacht hatte der Regen allerdings den gesamten Grip von der Strecke gewaschen - ein signifikanter Nachteil.
"Im Nachhinein war die extreme Abstimmung ein Fehler - genauso wie mit den harten Reifen zu beginnen", sagte Marko. Vettel verlor dadurch auf jenem Kurs, auf dem er im Vorjahr noch für das Zweitteam Toro Rosso in sensationeller Manier gewonnen hatte, bereits vor dem einzigen planmäßigen Boxenstopp viel Zeit. Die WM hat der 22-jährige Deutsche noch nicht ganz abgeschrieben, musste aber gestehen: "Es ist jetzt nicht mehr in unserer Hand."
Fehler und Probleme
Zu viele Punkte hat Red Bull im Saisonverlauf bereits liegengelassen. Zu Saisonstart hatte Vettel selbst einige Fehler gemacht, zuletzt machte ihm mehrmals der unzuverlässige Motor einen Strich durch die Rechnung. Für die ausständigen Rennen hat Vettel außerdem nur noch ein neues Triebwerk zur Verfügung, muss daher in den freien Trainings Kilometer sparen. "Diese Situation macht es besonders schwierig", erklärte Marko.
Daher werde das Team in Zukunft keine Rücksicht mehr darauf nehmen - auch auf die Gefahr hin, fünf Startplätze zurückversetzt zu werden. Die realistischen WM-Chancen sind ohnehin dahin. "Das war unsere schlechteste Leistung des Jahres", gestand Teamchef Christian Horner, bevor er zu einer langen Nachbesprechung mit seinen Ingenieuren verschwand. Es gab einiges aufzuarbeiten. Horner: "Dieser Kurs hatte viele unserer Schwächen aufgezeigt."
Die nächste Strecke in zwei Wochen in Singapur dürfte dem aerodynamisch ausgeklügelten RB5, der dafür beim Topspeed deutlich hinterherhinkt, wieder besser liegen. Neue Teile werden ebenfalls zu den vier finalen Rennen in Übersee gebracht. Zumindest der eine oder andere Sieg oder Podestplatz sollte für die Bullen noch möglich sein. "Die WM-Chance haben wir aber leider verspielt", sagte Marko. "Es wäre heuer viel mehr möglich gewesen."
(apa/red)
