KERS könnte Monza entscheiden: Jenson
Button bei Klassiker in Italien unter Druck
- Zusätzliche PS bringen in Monza besonders viel
- WM-Kampf spitzt sich zu: "Jedes Rennen ein Finale"

·Monza: Vettel hofft auf nächsten Coup
F1-Youngster will gegen Jenson Button gewinnen
·"Sieg in Monza wäre Lebenshöhepunkt"
Italiener Fisichella fiebert Ferrari-Debüt entgegen
Das Kräfteverhältnis in der Formel 1 hat sich verschoben. Nicht zuletzt deshalb steht WM-Leader Jenson Button vor dem Grand Prix von Italien heute in Monza gehörig unter Druck. Sein Brawn GP ist offensichtlich nicht mehr das beste Auto im Feld. Nicht nur seine 16 Punkte Vorsprung auf Teamkollegen Rubens Barrichello, sondern vor allem seine 19 Punkte auf Red-Bull-Jungstar Sebastian Vettel könnten sich als zu wenig erweisen.
Vettel hatte im Vorjahr bei strömendem Regen im "Autodromo Nazionale" für Toro Rosso sensationell sein erstes Rennen gewonnen. Ein Jahr später ist der 22-Jährige - glaubt man den Buchmachern - erneut leichter Favorit. Entscheiden könnten die 80. Auflage des klassischen Grand Prix allerdings vier Buchstaben - KERS. Das Energie-Rückgewinnungssystem mit seinen 82 zusätzlichen PS bringt auf der High-Speed-Strecke in Monza besonders viel.
Das Hybrid-System, zu Saisonbeginn noch als Flop belächelt, scheint ausgereift. Mit Ungarn an Weltmeister Lewis Hamilton und Belgien an Ex-Champion Kimi Räikkönen gingen zwei der vergangenen drei Grand Prix an KERS-Piloten. Neben McLaren-Mercedes und Ferrari kehrt in Monza auch Renault zum System zurück. BMW-Sauber dagegen, einst Vorreiter in der Entwicklung, wird weiter darauf verzichten - wie auch die WM-Rivalen Brawn und Red Bull.
Vorteil KERS
"Wir gehen davon aus, dass die KERS-Autos hier einen deutlichen Vorteil haben werden", erklärte Teamchef Ross Brawn. In Monza gilt das nicht nur fürs Überholen, sondern auch für den Start, ist der Weg bis zur ersten Schikane doch relativ lang. Button dürfte also eine Sonderleistung erbringen müssen, will er sich im Spitzenfeld halten. Der 29-jährige Engländer, sechsfacher Saisonsieger, wartet bereits seit fünf Rennen vergeblich auf einen Podestplatz.
Aus der Ruhe will sich der WM-Leader davon nicht bringen lassen. "Dieser Kurs ist völlig anders als die meisten anderen Rennstrecken. Er sollte unserem Auto relativ gut liegen", meinte Button. "Ich bin zuversichtlich und aufgeregt zugleich." Fünf Rennen vor Schluss spitzt sich der Vierkampf um die WM - auch Mark Webber hat mit 20,5 Punkten Rückstand noch Chancen - immer weiter zu. "Jedes Wochenende ist jetzt ein Finale", sagte Red-Bull-Teamchef Christian Horner.
Eine wichtige Nebenrolle wird dabei im letzten Europa-Rennen der Saison nicht nur McLaren, sondern vor allem Ferrari spielen. Zur Freude der Tifosi hat Giancarlo Fisichella seinen überforderten Landsmann Luca Badoer als Ersatzpilot für den verletzten Felipe Massa abgelöst. Der 36-jährige Römer wurde in Monza begeistert empfangen, träumt sogar davon, im Ferrari um den Sieg mitfahren zu können: "Das wäre das Größte in meinem Leben."
Fisichella war nicht einmal geboren, als zuletzt ein Italiener im Ferrari in Monza triumphiert hatte - Ludovico Scarfiotti 1966. In Italien hatte zuletzt 1994 ein Lokalmatador einen roten Renner pilotiert. Nicola Larini war in Imola Zweiter geworden - als Ersatz für den verletzten Jean Alesi. Fisichellas Cockpit bei Force India übernimmt mit Vitantonio Liuzzi ein weiterer Italiener. "Auch wir werden vorne dabei sein", versprach er selbstbewusst.
(apa/red)
