Mittwoch, 9. September 2009

Scuderia bald mit drei Autos dabei? In der F1 formiert sich Widerstand gegen Ferrari

  • Mercedes-Chef Haug: "Die Idee ist nicht durchdacht"
  • Frank Williams: Ferrari-Vorstoß ist "ungesund"

In der Formel 1 wächst der Widerstand gegen die Pläne von Ferrari für den Einsatz eines dritten Autos in der kommenden WM-Saison. "Diese Idee ist nicht durchdacht", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug der "Sport Bild". Ferrari will beim Internationalen Automobil-Verband FIA die Erlaubnis erwirken, dass zumindest die Hersteller-Teams 2010 mit drei Boliden an den Start gehen dürfen. Williams-Teamchef Frank Williams bezeichnete den Vorstoß als "ungesund" für die Königsklasse.

Die Scuderia wollte das dritte Cockpit für einen weiteren Comeback-Versuch von Rekordweltmeister Michael Schumacher freihalten. Die Stammpiloten Kimi Räikkönen und Felipe Massa haben ohnehin noch gültige Verträge für das kommende Jahr. Derzeit hat Ferrari zudem die Testfahrer Luca Badoer und Marc Gene sowie den unlängst verpflichteten Giancarlo Fisichella auf der Gehaltsliste. Auch ein Wechsel des zweifachen Weltmeisters Fernando Alonso von Renault zu Ferrari soll angeblich bevorstehen.

"Aus unserer Sicht ist es zum Wohle der Formel 1, wenn die größten Teams drei Autos einsetzen. Das ist es, was die Fans wollen", sagte Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali. "Die großen Marken mit den bekannten Fahrern bestimmen den Wert der Formel 1", erklärte der Italiener. Kritiker Williams hingegen befürchtet in diesem Fall eine verstärkte Dominanz der besten Rennställe. "Die zwei oder drei Elite-Teams mit enormen Ressourcen und fast unschlagbaren Autos könnten dann die ersten viereinhalb Startreihen besetzen. Als Nummer fünf der Hackordnung hätte man dann keine Chance mehr, vorn dabei zu sein", sagte Sir Frank.

(apa/red)

9.9.2009 13:49
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