"Ich will gewinnen": Sebastian Vettel hofft in Monza auf nächsten Coup gegen Button
- Erinnerungen an 2008: "Hatte überall Gänsehaut"
- Button trotz mäßiger Ergebisse weiter optimistisch

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Titelkandidat Sebastian Vettel will an der Stätte seines bisher größten Triumphes in der Formel 1 die Aufholjagd auf WM-Spitzenreiter Jenson Button beschleunigen. Der Red-Bull-Pilot hofft auf eine Wiederholung seines spektakulären Sieges im Großen Preis von Italien: "Ich will in Monza gewinnen."
Als jüngster Fahrer der Formel-1-Geschichte hatte Vettel beim Highspeed-Klassiker im Königlichen Park vor einem Jahr im unterlegenen Toro Rosso sensationell erst die Pole Position geholt und dann im Rennen dominiert. "Ich hatte Gänsehaut am ganzen Körper", beschrieb der inzwischen 22-jährige Deutsche der Deutschen Presse-Agentur dpa die "unglaublichen Emotionen" beim Vorjahressieg.
Angesichts des krassen Leistungseinbruchs Buttons stehen Vettels Chancen nicht schlecht, beim Europa-Finale weiter an Boden gut zu machen. Der BrawnGP-Rivale schwächelt seit Monaten, schied zuletzt in Belgien erstmals in dieser Saison aus und holte in den zurückliegenden fünf Rennen nur elf Punkte. Zwar hat Button (72 Punkte) vor dem 13. Saisonlauf noch 19 Zähler mehr als Vettel (53), aber wenn der Brite seine Talfahrt nicht stoppen kann, droht ihm der zur Saisonmitte scheinbar sichere Titel noch zu entgleiten.
Druck macht Button zu schaffen
Für den seit seinem schweren Ungarn-Unfall zum Zuschauen verurteilten Felipe Massa liegen die Ursachen für Buttons Einbruch klar auf der Hand. "Bei Jenson geht es wegen des Drucks abwärts - das ist der einzige Grund", sagte der rekonvaleszente Ferrari-Pilot. "Zu Saisonbeginn war alles nett und einfach." Button sei mit dem neuen Auto rund eine halbe Sekunde schneller als die anderen gewesen und habe sechs von sieben Rennen gewonnen. "Aber es ist etwas anderes, hart für den Titel zu kämpfen." Jetzt habe er eine andere Art von Druck, der ihn sehr beschäftige. "Wenn er mit dem Druck nicht fertig wird, gewinnt er die WM nicht", prognostizierte der Vize-Weltmeister.
"Wir sind drauf und dran, die Lücke zu schließen", sagte Vettel zuversichtlich. Zufrieden registriert der schon fünfmal ausgefallene Verfolger, dass die im ersten Saisondrittel die Konkurrenz in Grund und Boden fahrenden BrawnGP inzwischen ins Straucheln geraten sind: "Besonders Jenson Button. Meine WM-Chancen sind intakt", versicherte der zweifache Saisonsieger selbstbewusst, der allerdings vor den letzten fünf WM-Läufen auch Buttons brasilianischen Teamkollegen Rubens Barrichello (56 Punkte) vor sich hat.
Glaube an die Wende
Button weiß um die Gefahr, dass ihm die Felle davon schwimmen können. Der 29-Jährige ist jedoch überzeugt, dass ihm auf dem 5,793 Kilometer langen Hochgeschwindigkeitskurs die Wende glückt. "Diese Strecke sollte unserem Auto gut liegen", sagte er. "Ich habe ein gutes Gefühl und freue mich auf das Rennen." Teamchef Ross Brawn wies auf die Qualitäten seines Boliden hin: "Der BGP 001 ist beim Bremsen und der Traktion gut, was in Monza sehr wichtig ist. Zudem haben wir den Vorteil des Mercedes-Motors auf diesem leistungsintensiven Kurs."
(apa/red)
