Großer Protestaufmarsch: Zehntausende stellen sich gegen Obamas Reformpläne
- Kritiker warnen vor Abdriften in den Sozialismus
- US-Präsident wirft Gegnern Angstmacherei vor

·Obama kämpft für Gesundheitsreform
US-Präsident: "Die Zeit der Spielchen ist vorbei"
·Obama wirbt für Gesundheitsreform
Bittet US-Gewerkschaften
um ihre Unterstützung
Zehntausende Amerikaner haben in Washington gegen die geplante Gesundheitsreform der US-Regierung protestiert. Der Aufmarsch von konservativen Kritikern war eine der größten Protestveranstaltungen gegen Präsident Obama seit dessen Amtsantritt zu Jahresbeginn. Die Demonstranten warnten vor einer Explosion der Staatsausgaben und einem Abdriften Amerikas in den Sozialismus.
Obama, der sein Reformvorhaben auf einer wahlkampfähnlichen Veranstaltung im nördlichen US-Staat Minnesota verteidigte, warf den Kritikern Angstmacherei vor. "Viele verbreiten Angst statt sich einer ehrlichen Debatte zu stellen", sagte Obama in einer Basketballarena. Er werde jedoch nicht tatenlos zusehen, wenn mit denselben alten Taktiken nur das spezielle Interesse verfolgt werde, alles beim Alten zu lassen. Wenn diese Menschen sein Vorhaben gewusst ins falsche Licht rückten, dann werde er sie dafür bloßstellen. Bürgern, die bereits krankenversichert sind, drohten keine Nachteile durch die Reform, betonte der US-Präsident.
Appell an Solidarität
Mit einem eindringlichen Appell an die Solidarität der US-Bürger verteidigte Obama seine Pläne: "Ich werde den Status quo nicht als Lösung akzeptieren - niemals!", sagte er vor den rund 15.000 Menschen. Zwischenrufer wies er zurecht und versuchte zu einem Zeitpunkt sogar, ihnen das Megafon zu entreißen.
In Washington warfen die mehreren zehntausend Menschen auf Spruchbändern der Regierung vor, die Rolle des Staates in der Gesellschaft übermächtig werden zu lassen. Auf selbstgemalten Plakaten kritisierten einige Demonstranten, Obama wolle die USA in Richtung Sozialismus führen. So trug ein Einwanderer aus der Ukraine ein Pappschild mit der Aufschrift "Ich hatte genug Sozialismus in der UdSSR." Auf dem Plakat eines elfjährigen Buben stand zu lesen: "Frei geboren, zu Tode besteuert". Angeprangert wurde auch die "Ausgabenwut" der Regierung. (apa/red)
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