Russischer Präsident kritisiert Russland: Medwedew bezeichnet es als korruptes Land
- Mehr Schmiergeldzahlungen als talentierte Erfinder
- Seit 20 Jahren erniedrigende Rohstoffabhängigkeit

Der russische Präsident Medwedew hat heftige Kritik an seinem eigenen Land geübt. Der Staatschef nannte Russland ein "zurückgebliebenes und korruptes Land" mit einer "primitiven" Wirtschaft, einer "schwachen Demokratie" und einer Bevölkerung, der es an Initiative fehle. Russland sei es in den vergangenen 20 Jahren nicht gelungen, sich von der "erniedrigenden Rohstoffabhängigkeit" zu befreien.
Er rief seine Landsleute auf, gegen Korruption, Passivität und Trunkenheit anzugehen und ihr Schicksal in die eigene Hand zu nehmen anstatt den Staat für die eigenen Probleme verantwortlich zu machen. Er kritisierte zugleich, dass auch viele Unternehmer mehr auf Schmiergeldzahlungen setzten als nach "talentierten Erfindern" zu suchen, "einzigartige Technologien" einzuführen sowie innovative Produkte zu entwickeln und auf den Markt zu bringen.
Medwedew selbst ist am Donnerstag auf alle für sein Land aktiv, er empfängt seinen venezolanischen Kollegen Hugo Chavez im Kreml. Bei dem Treffen sollen zehn Kooperationsabkommen für die Bereiche Energie, Finanzen sowie zur militärisch-technischen Zusammenarbeit unterzeichnet werden. Verträge zum Rüstungskauf sind aber nicht vorgesehen.
In Berichten hatte es zuvor geheißen, Chavez plane den Kauf von russischen U-Booten, Raketen, Hubschraubern, Panzern sowie Panzerfahrzeugen. In den vergangenen Jahren hatte Russland Venezuela Waffen und Rüstung im Wert von mehr als vier Milliarden Dollar geliefert.
(apa/red)
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