Luftangriff in Afghanistan war "legitim":
War kein ziviles, sondern militärisches Ziel
- Entführte Tanklaster als "rollende Bomben" eingesetzt
- Bundeswehr musste gegen Taliban-Krieger vorgehen
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Angriff in Kunduz: 125 Menschen dabei getötet?

Der von der deutschen Bundeswehr angeforderte Luftangriff auf zwei entführte Tankwagen in Afghanistan war nach Ansicht afghanischer Ermittler legitim. Bei dem Angriff seien 45 bewaffnete Taliban getötet worden, außerdem seien verbrannte Waffen und Munition gefunden worden, sagte der afghanische Generalleutnant Mirsa Mohammad "Yarmand". "Das ist der Beweis, dass dieses Ziel kein ziviles, sondern ein militärisches Ziel war", so der Ermittler weiter, der seinen Bericht Präsident Hamid Karzai übergeben will.
"Es wurde kein Dorf bombardiert, sondern es wurden Kämpfer angegriffen", sagte er laut Übersetzer weiter. Nach Erkenntnissen der Untersuchungskommission wurde niemand unter 18 Jahren getötet. Auch wenn Zivilpersonen unter den Toten sein sollten, habe das allein der örtliche Taliban-Kommandeur Mullah Abdur Rahman zu verantworten, der auch hinter der Entführung des Tankwagens stehe. Die ISAF oder die Führung des Regionale Wiederaufbauteams seien nicht verantwortlich.
"Verbündete und Sympathisanten"
Rahman habe sechs bewaffnete Männer angewiesen, die Fahrzeuge zu entführen und die Fahrer zu töten. Als die Tanklastwagen am Ufer des Kundus steckengeblieben seien, habe Rahman mit seinem Mobiltelefon aus mehreren Dörfern "Verbündete und wahrscheinlich auch Sympathisanten" angefordert. Nach Berichten von Augenzeugen seien dann mehr als 45 bewaffnete Taliban-Kämpfer und andere Personen aus den Dörfern zusammengekommen.
Insgesamt bezifferte der Ermittler die Zahl der Toten auf 82. Weitere 20 Menschen wurden verletzt, vier werden noch vermisst.
Das Dorf in der Nähe der feststeckenden Tankwagen sei bekannt als Teil der sogenannten befreiten Zone der Taliban, sagte Yarmand weiter. Es stehe unter der Kontrolle von Rahman. "Dieser Ort ist bekannt. Wenn es dunkel wird, verkehren dort nur kriminelle Banden, nicht die normalen Menschen - um diese Zeit um 02.00 Uhr morgens". Es wäre schwer zu beweisen, dass um diese frühe Morgenstunde, dem Zeitpunkt des Angriffs, unbeteiligte Menschen anwesend gewesen seien. Ein Bub, der unter den Verletzten sei, habe vermutlich seinen Vater oder einen anderen Verwandten begleitet.
"Rollende Bomben"
Die Aufständischen hätten die entführten Tankwagen vermutlich als "rollende Bombe" gegen die Regierungstruppen oder deren Verbündete einsetzen wollen. Oder sie hätten das Benzin verkauft, um Ausrüstung und Munition zu finanzieren, sagte der Generalleutnant weiter.
(apa/red)
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