Albertina-Chef meisterte den Wasserschaden
Ab 11.9. eröffnet er Impressionismus-Schau
- Große Ausstellung mit rund 150 Spitzenwerken

Der Albertina-Chef meisterte die Wasserkatastrophe. Ab 11. September zeigt er Spitzenwerke des Impressionismus.
Klaus A. Schröder hat den Wasserschaden in der Albertina erfolgreich überstanden. 2.100 Litern, um genau zu sein, sind im Juni durch die Decke des Zentraldepots gestürzt. Der Direktor der Albertina war an der noch auf Gehrerscher Planung vor seinem Amtsantritt beruhenden Katastrophe zwar schuldlos. Doch hätten ihn seine Gegner gern in der Sintflut untergehen gesehen. Stattdessen eröffnet er am 10. September die Saison mit der groß dimensionierten Impressionismus-Schau Wie das Licht auf die Leinwand kam. 130 Werke von Monet, Renoir, Seurat, Sisley, Degas, Cézanne sind aufgeboten. Zehn davon gehören über die Sammlung Batliner der Albertina an. Mehr als nur ein Blockbuster ist da beabsichtigt. Richtig gute Impressionisten-Ausstellungen sind so selten in Österreich wie große Dürer- Ausstellungen, sagt Schröder, der Herr des Feldhasen. Im Unterschied zu Paris, London, New York oder Chicago liegt in Europa die letzte große Impressionisten- Ausstellung Jahrzehnte zurück.
Gestärkt nach Wasserschaden
Von derlei prinzipiellen Erfreulichkeiten im Leben eines Museumsdirektors abgesehen: Wie gehts nach einem dermaßen traumatischen Sommer? Das Zentraldepot war noch anno Gehrer um 5,1 Millionen Euro renoviert worden. Die Baumängel, die damals verursacht wurden, traten allerdings erst jetzt zutage. Wenn in den Architektenplänen zwölf Zentimeter dicke Isolierschichten geplant sind und dann fünf Zentimeter dicke verwirklicht werden, kann man das nicht sehen. Das ist einen Meter unter dem Asphalt, erklärt er. Als ihn die Nachricht von den eindringenden Wassermassen erreichte, war er gerade beim britischen Kunst-Star Damien Hirst. Der sollte einer der Protagonisten eines Ausstellungsprojekts der laufenden Saison sein. Ironie des Schicksals: Es ist das Einzige, das wegen der feuchten Malaise auf unbestimmte Zeit verschoben werden musste. Denn ansonsten hat man die Situation wieder im Griff: Unter Aufbietung aller Kräfte wurde die Evakuierung der Kunstwerke betrieben. Schichten wurden eingelegt, man arbeitete Tag und Nacht. Man muss sich fragen, ob man psychisch gut gewappnet ist, um das Krisenmanagement zu beherrschen. Das war ich absolut. Immer wenn Stress auszubrechen droht, werde ich ganz ruhig, sagt Schröder heute. Entgegen ursprünglichen Evakuierungsplänen hat kein Kunstwerk die Albertina verlassen. Alles konnte in Seitendepots oder Ausstellungsräumen untergebracht werden. Dreizehn Projektteams befehligte er und nimmt die Situation, seinem Temperament entsprechend, positiv an. Persönlich fühle ich mich gestärkt und bin froh, dass ich gesehen habe, wozu dieses Haus imstande ist, wenn es darauf ankommt. Schließlich, so sagt er deutlich, habe es nicht ihn persönlich betroffen. Für Baumängel ist immer noch der Bauherr, also die Burghauptmannschaft verantwortlich. Die hat ihm jetzt zugesichert, dass die gesamte Tiefspeicherbastei bis Oktober saniert werde. Die erforderlichen 250.000 Euro zahlt der Staat. Nun wird man noch um 150.000 Euro Zusatzinvestitionen für die Sicherheit einreichen. Da es Mittel im Ministerium für Sicherheitsstandards gibt, hoffe ich, dass es diese Mittel auch für uns gibt, sagt er. Vertrauens- oder Imageverluste sind nicht zu beklagen.
Susanne Zobl>
Die ganze Story lesen Sie im NEWS 37/09

