Freitag, 11. September 2009

Für Rettungsdienste und Polizei: Fekter strebt Erleichterungen bei Handypeilung an

  • Wegen Zeitersparnis Handybetreiber ausklammern
  • Viel Kritik von FPÖ und Grünen an dem Vorstoß

Innenministerin Fekter will für Polizei und Rettungsdienste die Ortung von Personen mittels Handypeilung erleichtern. Statt sich an die Handybetreiber wenden zu müssen, soll die Exekutive selbst die Möglichkeit dazu bekommen, so Fekter im ORF. Das Innenministerium bestätigte den Vorstoß. Von FPÖ und Grünen setzte es Kritik an der Ministerin.

Laut Fekter, die ihren Wunsch bei Hubschrauberübergaben in Vorarlberg und Kärnten geäußert hat, müssen sich die Rettungsorganisationen derzeit an die Handybetreiber wenden, wenn sie etwa eine in Bergnot befindliche Person orten wollen. Wenn kein Journaldienst erreichbar sei, könne das aber dauern. "Das kann für die Menschen, die vermisst werden, tödlich ausgehen", so die Ministerin im Ö1-Mittagsjournal.

Anfrage kommt von Rettung und Polizei selbst
Ein Ministeriumssprecher erklärte, dass das Problem vor allem von Rettungsorganisationen und der Flugpolizei herangetragen worden sei. In den kommenden Wochen soll sich eine Expertenrunde im Ministerium treffen, um Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten. Dies würde eine Änderung des Sicherheitspolizeigesetzes, aber auch der Datenschutzbestimmungen notwendig machen. Es seien aber auch "Optimierungen" ohne Gesetzesänderung möglich. Im Innenministerium denkt man aber nicht nur an die Ortung von Vermissten, sondern auch an die Kriminalitätsbekämpfung.

Laut Waltraud Kotschy von der Österreichischen Datenschutzkommission (DSK) gibt es bereits im Sicherheitspolizeigesetz Möglichkeiten zur Peilung. Voraussetzung sei jedoch, dass Gefahr für Leib und Leben bestehe. Kriminelle per Peilung aufzufinden, sei derzeit also nicht erlaubt. Von FPÖ und Grünen setzte es vehemente Ablehnung. Fekter gehe es darum, "mit dem Instrument der Handypeilung die totale Überwachung der Österreicher voranzutreiben", so Generalsekretär Vilimsky. Der Grüne Sicherheitssprecher Pilz sprach von einer "unsinnigen Aktion" und einem "Ablenkungsmanöver vom ÖVP-Sicherheitsdesaster".

(apa/red)

11.9.2009 13:57