"Gott schütze Wien" vor Strache: Häupl schießt scharf gegen seinen Wahlgegner
- Bürgermeister: Zusammenarbeit ist nicht möglich
- "Wir haben völlig unterschiedliche Vorstellungen"
"Wenn ich mir anschaue, welche Vorschläge der Herr Strache für Wien macht, kann ich nur sagen: Gott schütze Wien." Der Wiener Bürgermeister Häupl hat im Interview vor der FPÖ gewarnt und auf himmlischen Beistand gehofft. Zugleich bestritt er jegliche Absicht, bereits Wahlkampf zu führen. Ob er nach einem Wahlsieg die gesamte Legislaturperiode zur Verfügung stehe, wollte er nicht bestätigen.
Wann genau die nächste Wien-Wahl stattfindet, regulär wäre sie in einem Jahr, sei jedenfalls noch nicht entschieden: "Ob es eine Vorziehung gibt oder nicht, ist eine Geschichte, die völlig von den Umständen abhängt. Ich führe zur Zeit weder einen Wahlkampf, noch führe ich diese Wahltagsdebatte - wir haben wirklich anderes zu tun." Die Umstände hingen zentral mit der Wirtschaftskrise zusammen: "Daher ist abzuschätzen, wann absehbar ist, dass Licht am Ende des Tunnels ist. So lange werden wir arbeiten - wahlkämpfen tun andere, die nichts zu verantworten haben und die auch nichts leisten."
Rot-blaues Duell
Das sich abzeichnende Duell mit FPÖ-Obmann Strache sieht Häupl thematisch begründet: "Er ist die Personifizierung des Antagonismus von Wien. Wir haben völlig unterschiedliche Vorstellungen davon, wie Wien in Zukunft ausschauen soll. Daher entscheidet man nicht nur zwischen zwei Personen, sondern zwischen zwei vollkommen unterschiedlichen, diametral entgegengesetzten Politikkonzepten."
So sei auch eine Zusammenarbeit schon alleine aufgrund der inhaltlichen Positionen nicht möglich. Aber natürlich werde man nach der Wahl überhaupt keinen Koalitionspartner benötigen: "Denn ich bin davon überzeugt, dass auch die Wiener ähnlich stabile Verhältnisse haben wollen wie die Niederösterreicher, allerdings mit umgekehrten politischen Vorzeichen."
Ob er in diesem Falle nach einer etwaigen Wiederwahl die gesamte Legislaturperiode zur Verfügung stehen wird, ließ Häupl, der in wenigen Tagen 60 Jahre alt wird, offen. Ans Aufhören denke er jedenfalls nicht, zumal der Wiener Bürgermeisterposten der beste politische Job der ganzen Welt sei.
(apa/red)
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