Ewald Stadler im Sex-Talk mit NEWS: Über Praktiken, Seitensprünge & Ehen ohne Sex
- Der rechtskonservative Politiker spricht über Pornos
- Stadler verrät, ob er sich zur Sünde verführen ließ?
Skandal: Vergleicht Abtreibungsbefürworter mit Nazis

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An seiner unverrückbaren ideologischen Grundeinstellung soll man ihn erkennen: konservativ und katholisch, gepaart mit deutsch-nationalen Haltungen. Und jeder gegen Ewald Stadler geleistete Widerstand prallt von jeher an ihm ab. Denn eine seiner nützlichen Eigenschaften ist eine klare Position zu Beliebtheitsrankings: Die wollte der BZÖ-Mandatar nie anführen. Wert legt er hingegen auf einen Ruf als gnadenloser Law-and-Order-Mann. Wer auch immer vom rechten Weg abkommt, wird vom Rechtsaußen Stadler ins Gebet genommen und muss Sanktionen fürchten. Bemerkenswert also, dass der wertkonservative Politiker in NEWS ganz intim und privat über Sex, Treue und Abtreibung redet. Stadler gesteht sogar, seinen Beichtvater wegen Sexsünden aufzusuchen.
NEWS: Warum stehen Sie aufseiten der Abtreibungsgegner? Stadler: Ich war immer ein Gegner der Abtreibung. Das ist auch nach unserer Rechtsordnung eine Tötungshandlung. Wer Lehren aus der Geschichte gezogen hat, kann nicht wie der Wiener SPÖ- Bürgermeister Michael Häupl heuchlerisch diejenigen ehren, die für die Massentötungen verantwortlich sind.
NEWS: Was um alles in der Welt meinen Sie damit?
Stadler: Ich halte es mit Bischof Andreas Laun, der gemeint hat, moralisch führen die gleichen Gleise zur Abtreibung und in die Vernichtungslager der Nazis.
NEWS: Für diese Ansicht finden Sie Gott sei Dank keine Mehrheit.
Stadler: Wir werden sehen, ob die nicht noch einmal zustande kommt. Derzeit gibt es keine Mehrheit, weil die Gleichgültigkeit in der Gesellschaft dazu geführt hat, dass man denkt, ein Kind, also ein beseeltes Geschöpf Gottes, habe kein Recht auf Leben.
NEWS: Wie sieht Ihr Weltbild abgesehen vom Thema Abtreibung aus? Sind für Sie Ehescheidungen akzeptabel?
Stadler: Eine sakramentale Ehe kann nicht geschieden werden. Ein Bund, vor Gott geschlossen, kann nur wegen Fehlern beim Zustandekommen gelöst werden.
NEWS: Das heißt praktisch?
Stadler: Es ist keine praktische, sondern eine dogmatische Frage. Die Menschheit muss sich an Gott anpassen und nicht umgekehrt.
NEWS: Und wenn eine Ehe nicht vollzogen wird?
Stadler: Das ist eine Ehe, die einen Ehemangel hat. Man muss die Ehe vollziehen außer beide wollen das nicht.
NEWS: Sex vor der Ehe?
Stadler: Dieses Problem existiert, seit es die Ehe gibt. Aber man soll sich davor hüten, den Sünder zu verteufeln.
NEWS: Sind Sie persönlich jungfräulich in die Ehe gegangen?
Stadler: Das habe ich alles meinem Beichtvater erklärt.
NEWS: Welche Sexpraktiken sind für Sie persönlich akzeptabel?
Stadler: Zunächst die Klarstellung: Sex ist freilich generell nur in der Ehe zulässig. Ich bin dabei ein Gespaltener, denn beim Geschlechtsverkehr außerhalb der Ehe ist der Mensch äußerst sündenanfällig. Aber in der Ehe ist in puncto Sex alles erlaubt, was nicht gegen die Würde eines der Ehepartner verstößt. Das kann man nicht an einer bestimmten Stellung festmachen. Es muss jedenfalls von Liebe getragen sein. Die einzigen Abgrenzungen und somit Entscheidungshilfen bei den Sexualpraktiken sind Würde und Liebe.
NEWS: Ist etwas, das mit Gewalt zu tun hat, erlaubt? Also etwa Sadomasochismus?
Stadler: Aber nein, niemals!
NEWS: Sind Praktiken gestattet, die männliche Homosexuelle gerne ausüben?
Stadler: Dazu macht die Lehre der Kirche keine Vorgaben.
NEWS: Pornografie?
Stadler: Die verführt den Menschen zur Sünde. Die Frau wird dabei zum Objekt degradiert, für den Mann ist Pornografie unter seiner Würde. Er macht sich bei der Konsumation schuldig.
NEWS: Haben Sie sich hier schon einmal zur Sünde verführen lassen?
Stadler: Das sage ich wiederum nur meinem Beichtvater. Denn von NEWS bekomme ich keine Absolution. Und bei Ihnen gilt auch das Beichtgeheimnis nicht. Aber Spaß beiseite: Gerade im Bereich Pornografie sind die moralischen Vorgaben so hoch, dass sie in der Realität doch weit unterschritten werden.
Tatjana Duffek
Homosexualität für Stadler durchaus akzeptabel. - Lesen Sie mehr zu diesem Thema in NEWS 37/09!
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