NEWS im Exklusiv-Interview mit Wrabetz: Über Dominic Heinzl und die ORF-1-Reform
- Was war so verlockend an der "Marke Heinzl"?
- ORF-Chef über Sendeplätze und Heinzls Bissigkeit

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KAMPF gegen schlechte Quoten: ORF-Boss Alexander Wrabetz im
Exklusiv-Interview mit NEWS über Dominic Heinzl und die ORF-1-Reform.
NEWS: Die ORF-1-Quoten dümpeln dahin. Sie haben Dominic Heinzl für ORF 1 geholt und Werner Taibon wieder als Chef der Programmplanung installiert. Ein Zeichen für eine Großoffensive, dass ORF 1 komplett reformiert und neu strukturiert wird?
WRABETZ: Ja, das ist notwendig. Denn ORF 1 ist der junge Sender, der große Konkurrenz durch die Privatsender hat. Wir sind gefordert, hier aktiver zu werden. Und in diesem Gesamtkonzept spielt Dominic Heinzl eine wichtige Rolle. Aber es werden noch weitere Schritte folgen. In programmplanerischer Hinsicht werden wir ORF 1 ein starkes, unverwechselbares Profil geben, damit er für die jungen Zuseher wieder unverzichtbar wird. ORF 1 soll seine Stärken wieder voll ausspielen: jung, urban und mit einer starken Sport-Komponente. Zur Profilschärfung gehören auch Persönlichkeiten, mit denen man den Sender identifiziert. Dominic Heinzl ist mit seiner täglichen Sendung eine davon. Und es werden weitere Persönlichkeiten folgen, die ORF 1 stärken.
NEWS: Was ist so verlockend an Dominic Heinzl?
WRABETZ: Er ist einer der Top-Profis, arbeitet hochprofessionell und hat in seinem Metier einen erstklassigen Ruf. Und er hat einen sehr hohen Bekanntheitsgrad.
NEWS: Er polarisiert auch sehr.
WRABETZ: Das ist gut so. Denn fast jeder Österreicher hat eine Meinung über ihn. Die meisten schätzen ihn sehr, aber naturgemäß gibt es auch Gegnerschaft. Aber ich habe niemanden getroffen, der keine Meinung zu Heinzls ORF-Engagement hatte.
NEWS: Welchen Sendeplatz bekommt Dominic Heinzl?
WRABETZ: Der Sendeplatz wird nicht zwischen 18 und 19 Uhr sein. Wir werden in den nächsten Wochen genau überlegen, wann er im ORF auf Sendung geht an einem Platz, an dem wir die Marke Dominic optimal zur Geltung bringen können.
NEWS: Wäre es möglich, dass Dominic Heinzl auch beim ORF gegen die Seitenblicke in ORF 2 antreten muss?
WRABETZ: Es wird naturgemäß Überschneidungen geben, davor scheue ich mich auch nicht. Bevor wir entscheiden, stellt sich die Frage: Wie programmieren wir am besten, damit wir das Optimum herausholen? Grundsätzlich gilt: Seitenblicke hat eine ganz andere Rolle im Programm, ist auch ein Society-Kurzformat, spricht aber eine andere Zielgruppe an.
NEWS: Dominic Heinzl ist ja bekannt für seine bissige Art, in der er auch Politiker aufs Korn nimmt. Darf er das auch beim ORF?
WRABETZ: Dominic Heinzl ist Dominic Heinzl. Und wenn man ihn in seiner Art haben will, dann muss er auch die Freiheit haben, die Sendung so zu machen, wie er es am besten kann. Auch sein Humor und seine bissig-kritische Herangehensweise werden zu uns passen. Und wenn er Politik manchmal von einer ganz speziellen Seite zeigt wie das u. a. auch Alfred Dorfer im Donnerstalk tut , wird es deshalb vielleicht hin und wieder Aufregung geben. Aber das nehme ich in Kauf. Denn dem Publikum gefällts. Und wir machen Fernsehen fürs Publikum.
Silvia Meister, Tatjana Duffek
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