Leoben verweigert das Schubhaftzentrum:
Stadtbevölkerung ist mehrheitlich dagegen
- Vizebürgermeister: "Einkaufs- und Wohlfühlstadt"
- Große Zweifel an Erschaffung von 176 neuen Jobs

Die Stadtpolitik im obersteirischen Leoben hält weiterhin am Widerstand gegen das von Innenministerin Maria Fekter in Leoben geplante Schubhaftzentrum fest. Vizebürgermeister Maximilian Jäger erklärte gegenüber der APA, er bezweifle die in der "Kleinen Zeitung" genannten Zahlen, wonach 176 Jobs geschaffen würden und eine Wertschöpfung von 10,1 Mio. Euro pro Jahr für die Stadtgemeinde dabei herausschaue.
Man berufe sich nach wie vor auf ein Gutachten der Universität Graz, das den Bau des Zentrums auf Wohngebiet für rechtswidrig halte, so Jäger in Vertretung des in Istanbul weilenden Bürgermeisters Matthias Konrad. "Wir haben andere Prioritäten, wir sind eine Universitäts- und Einkaufsstadt, eine Wohlfühlstadt", so Jäger. Zudem gebe es eine im Frühjahr abgehaltene Umfrage unter 700 Leobenern, die sich zu 68 Prozent gegen den Bau entschieden hätten, und einen entsprechenden Gemeinderatbeschluss.
Man wisse schon, dass die Menschen, die abgeschoben würden, keine Kriminellen seien, aber aufgrund internationaler Erfahrungen - Jäger nannte ein ähnlichen Zentrum beim niederländischen Flughafen Amsterdam-Schiphol - komme es immer wieder zu Schwierigkeiten, z. B. mit Angehörigen, die nicht wollen, dass ihre Verwandten abgeschoben würden. Leoben habe andere Probleme: Zuletzt habe man den Verlust Hunderter Jobs hinnehmen müssen, Stichwort AT&S und Mayr-Melnhof. Man brauche Betriebe, denn die arbeitslos gewordenen Menschen würden durch das Schubhaftzentrum keine Beschäftigung haben.
(apa/red)
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