Mittwoch, 2. September 2009

Für Matschiner und Hoffmann wird es eng:
Soko-Doping-Bericht erhärtet Kohl-Vorwürfe

  • Manager und Olympiasieger von Zeuginnen belastet
  • Schwere Vorwürfe: Gemeinsames Blutdoping-Gerät

Laut einem Radio-Bericht werden durch einen geheimen Abschlussbericht der Sonderkommission Doping Vorwürfe, die der ehemalige Radprofi und jetzige Doping-Kronzeuge Bernhard Kohl erhoben hat, erhärtet. Durch die Analyse eines Blutdoping-Geräts und durch die Aussagen von zwei Zeuginnen werden vor allem der Sportmanager Stefan Matschiner und Langlauf-Olympiasieger Christian Hoffmann belastet.

Zwei Zeuginnen gaben laut einem Bericht im Ö1 Morgenjournal an, sie hätten Hoffmann am 3. August 2008 in jenes Haus gehen sehen, wo laut den SoKo-Ermittlungsergebnissen noch das von Matschiner betriebene Blutdopinggerät stand. Der Zeitpunkt August 2008 ist strafrechtlich relevant, denn da hat das gesetzliche Blutdoping-Verbot schon gegolten, berichtete Ö1. Das Blutdoping-Gerät hatten laut Kohl er selbst, Hoffmann und der dänische Radprofi Michael Rasmussen gekauft.

Eine Untersuchung des Geräts habe sogar ergeben, dass es noch am 24. September 2008 viermal verwendet wurde. Laut Kohl von ihm selbst, von Rasmussen und vom italienischen Radprofi Pietro Caucchioli, zitierte Ö1 aus dem SoKo-Abschlussbericht. Gegen Caucchioli soll jetzt in Italien ermittelt werden. Außerdem habe die SoKo-Doping um Rechtshilfe und Auslandsermittlungen gegen zwei niederländische und einen Schweizer Radprofi sowie gegen einen deutschen Sport-Mediziner ersucht.

Rasmussen und Hoffmann haben alle gegen sie erhobenen Doping-Vorwürfe bisher stets bestritten. Doch Sportmanager Matschiner sagte laut dem SoKo-Endbericht aus, Hoffmann habe die Linzer Wohnung gemeinsam mit ihm und Kohl finanziert. Allerdings, so Matschiner, sei das Blutdopinggerät dort im August 2008 nicht mehr verwendet, sondern abtransportiert worden und somit gegen das Blutdoping-Verbot gar nicht verstoßen worden.

(apa/red)

2.9.2009 10:46