Freitag, 4. September 2009

Nach der endgültigen Sky Europe-Pleite:
Jetzt ermittelt schon die Staatsanwaltschaft

  • Verdacht auf fahrlässige Krida und Bilanzfälschung
  • "Gestrandete" Passagiere: Kein Entlassungsgrund!

Die Pleite der slowakisch-österreichischen Billigairline SkyEurope könnte nun auch ein gerichtliches Nachspiel haben: Seit Anfang August prüft die Staatsanwaltschaft Wien auf Grundlage einer Sachverhaltsdarstellung der Finanzmarktaufsicht (FMA) den Verdacht auf Krida und auf Bilanzfälschung. Ermittelt werde einerseits gegen das Unternehmen und andererseits gegen SkyEurope-Chef Nick Manoudakis. Manoudakis hatte am 3. Juli Ex-Vorstandsvorsitzender Jason Bitter an der SkyEurope-Spitze abgelöst und war davor Finanzvorstand der Airline.

Die FMA wollte dazu gegenüber dem "Kurier" keine Stellungnahme abgeben: "Wir geben in derartigen Fällen grundsätzlich keinen Kommentar ab." Nach Angaben der Staatsanwaltschaft lautet der Verdacht auf "grob fahrlässige Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen".

Notbremse zu spät gezogen
Insidern zufolge geht es unter anderem darum, dass die Bilanz für das Geschäftsjahr 2007/08, der der Wirtschaftsprüfer KPMG den Prüfvermerk verweigert hatte, im Jänner 2009 hätte veröffentlicht werden müssen. In weiterer Folge sei die Bekanntgabe, wie schlecht es der Airline gehe, bis zur Eröffnung des Restrukturierungsverfahrens in der Slowakei am 22. Juni verschleppt worden und die Notbremse wäre zu spät gezogen worden, lautet ein Vorwurf. SkyEurope betonte, von einem Strafverfahren nichts zu wissen, berichtete der "Kurier".

Entwarnung für "gestrandete" Passagiere
Währenddessen zerstreut der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) die Sorgen der gestrandeten SkyEurope-Passagiere um ihre Arbeitsplätze: Das Fernbleiben von der Arbeit infolge eines Ausfalls von Flügen sei kein Entlassungsgrund. Allerdings müssten die gestrandeten SkyEurope-Kunden ihre Arbeitgeber so rasch wie möglich davon in Kenntnis setzen. "Für diese unfreiwillige Urlaubsverlängerung müssen die Betroffenen aber keine Urlaubstage nehmen", betont der Leitende Sekretär im ÖGB, Bernhard Achitz.

Der Entgeltanspruch ist für Angestellte und Arbeiter unterschiedlich geregelt: Für Angestellte ist ein Anspruch auf Entgelt gesetzlich geregelt, wenn alles Zumutbare unternommen wurde, um rechtzeitig in die Arbeit zu kommen. Arbeiter haben dann Anspruch, wenn der Kollektivvertrag keine abweichende Regelung vorsieht, so der ÖGB.

(apa/red)

4.9.2009 19:28
drahthuhn, 05. 09. '09 04:12
Eigentlich unglaublich....
.....daß man um seinen Job Angst haben muß, wenn mit einer AIRLINE was schiefgeht.
Österarm, wie weit sind wir schon gekommen, daß es NUR NOCH um die Vorteile der Unternehmen geht.
Und niemand sagt auch nur einen Ton....
Poet1980, 04. 09. '09 23:28
mich hat gewundert...
... dass der "Ersatzflughafen" die Abfertigung der Flüge überhaupt übernommen hat, wenn doch schon so viel Geld in Wien ausständig war. Rein logisch gesehen ist das ja ein sehr schlechtes Vorzeichen - und jetzt bleibt der Flughafen auch auf den offenen Rechnungen sitzen...
Vasant, 04. 09. '09 21:16
Ironie?
Bei der Sky Europe schaltet sich sofort die
Staatsanwaltschaft ein und bei der AUA hat
es keinen gewundert, dass die so perfekt
und "zufällig" in den Boden gewirtschaftet
wurde??

Da greifst dir echt am Kopf!


Meine Meinung!
drahthuhn, 05. 09. '09 04:19
Re: Ironie?
Vollkommen richtig!
Was auch totgeschwiegen wird, ist die Tatsache, daß wir 500 Mio? Euro zum Deal DAZUGELEGT haben, damit unsere AUA überhaupt jemand NIMMT!
Ich glaube, daß durch den Deal nur eine Menge Schweinereien und Schmierereien vertuscht wurden.
Vielleicht krieg' ich auch einmal so einen Job, wo ich ein Unternehmen in 'Grund und Boden wirtschafte' und mir passiert NIX!
Warum haben wir den Betrieb nicht wieder verstaatlicht und die 500 Mio ? Euronen genommen und die Linie wieder auf Vordermann gebracht?
Weiß überhaupt jemand, daß sich die Preßlufthansa mit unserem Geld vor der TOTALEN PLEITE GERETTET HAT?
Wieso schreiben unsere Gutmedien nicht DARÜBER?????
Weil wir schon so in eine Ecke gedrängt wurden, daß man uns schon völlig scham-und straflos VERA****** kann!