Freitag, 4. September 2009

Keine Erhohlung für unseren Außenhandel: Exporte brachen im Juni um 25 Prozent ein

  • Auch Importe gingen um rund 25 Prozent zurück
  • Wirtschaftskrise macht sich deutlich bemerkbar

Österreichs Außenhandel ist im Juni noch stärker eingebrochen. Der Rückgang bei den Exporten erhöhte sich im Jahresabstand auf 25,0 Prozent, nach einem Minus von 22,1 Prozent im Mai. Die Importe lagen im Juni um 24,7 Prozent tiefer als ein Jahr davor, im Mai waren es um 21,4 Prozent weniger gewesen. Vor allem die Ausfuhren in die anderen EU-Staaten gingen stark zurück (-26,4 Prozent), während bei den Importen aus Drittstaaten (-29,8 Prozent) der Einbruch besonders kräftig ausgefallen ist. Dies geht aus den vorläufigen Juni-Daten der Statistik Austria hervor.

Im Juni sackten die Exporte um 25,0 Prozent auf 7,889 Mrd. Euro ab, während die Einfuhren um 24,7 Prozent auf 8,024 Mrd. Euro zurückgingen. Daraus resultierte ein Importüberschuss von 135 Mio. Euro. Von den Ausfuhren ging mit 5,636 Mrd. Euro der Löwenanteil in die EU, bei den Einfuhren nach Österreich war der EU-Anteil im Juni mit 6,092 Mrd. Euro noch etwas höher. Dementsprechend gab es zu den EU-27 einen Importüberschuss von 456 Mio. Euro, gegenüber Drittstaaten dagegen einen Ausfuhrüberschuss von 322 Mio. Euro.

Krise macht sich bemerkbar
Durch die Wirtschaftskrise hat sich der Rückgang der Ein- und Ausfuhren ab November 2008 stark bemerkbar gemacht und im 1. Halbjahr 2009 - außer im März - in beiden Verkehrsrichtungen die Marke von minus 20 Prozent überschritten, wie die Statistik Austria erinnert.

Minus bei Maschinen und Fahrzeugen
Im gesamten 1. Halbjahr gingen die Warenexporte Österreichs um 24,5 Prozent auf 45,849 Mrd. Euro zurück. Bei der wichtigsten Exportgruppe Maschinen und Fahrzeuge wurde dabei ein Minus von 30,6 Prozent verzeichnet, bei bearbeiteten Waren waren es minus 30,9 Prozent. Schwächer fielen die Rückgänge bei chemischen Erzeugnissen (-9,3 Prozent) sowie Ernährung (-8,6 Prozent) aus. Die Ausfuhren in die übrigen EU-Staaten rutschten um 26,3 Prozent auf 32,696 Mrd. Euro ab, gegenüber Drittstaaten um 19,7 Prozent auf 13,154 Mrd. Euro.

Auch Importe stark im Rückgang
Die Importe verringerten sich von Jänner bis Juni im Jahresabstand um 21,2 Prozent auf 47,740 Mrd. Euro, hier ebenfalls besonders stark gegenüber der EU (-23,2 Prozent auf 34,578 Mrd. Euro), während die Einfuhren aus Drittstaaten weniger stark zurückgingen (-15,5 Prozent auf 13,162 Mrd. Euro). Das Passivum der Handelsbilanz im 1. Halbjahr betrug 1,891 Mrd. Euro und resultierte fast zur Gänze aus den Wirtschaftsbeziehungen mit der EU (-1,883 Mrd. Euro).

Ein Drittel weniger Energie-Exporte
Bei Brennstoffen und Energie gingen die Einfuhren im Halbjahr um 34,2 Prozent besonders stark zurück, doch ist dies hauptsächlich eine Folge von Produktverbilligungen, Stichwort gesunkener Ölpreis. Bei Maschinen und Fahrzeugen gingen die Importe um 26,3 Prozent zurück, bei bearbeiteten Waren um 30,5 Prozent, bei chemischen Erzeugnissen um 11,3 Prozent und bei Ernährung um 5,5 Prozent.

(apa/red)

4.9.2009 16:37