EU-Finanzminister sind sich (fast) einig:
Fordern eine stärkere Boni-Regulierung
- Bonus-Garantie für mehr als ein Jahr untersagen
- Britischer Schatzkanzler verteidigt Zahlungen

·Stärkere Auflagen für staatliche Hilfe
Kanzler will Banken mehr in die Pflicht nehmen
·Bankersmahlzeiten
werden wieder üppiger
Boni übersteigen bei US-
Instituten die Gewinne
In einer gemeinsamen Initiative haben die Finanzminister aus sieben europäischen Ländern strikte Regeln für die Bonus-Vergabe an Banker gefordert. Die Ressortchefs aus Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Schweden, Luxemburg und den Niederlanden riefen die G-20-Staaten in einem Beitrag für die schwedische Zeitung "Dagens Nyheter" unter anderem auf, eine Bonus-Garantie für mehr als ein Jahr zu untersagen.
Risiken des Bonus-Systems sollten sehr genau beobachtet werden, mahnten die Minister. Solche Risiken seien viel zu hoch, wenn die Fehler Einzelner die gesamte Bevölkerung träfen. Die Verfasser forderten die am Freitag in London tagenden G-20-Finanzminister auf, sich der Initiative für strengere Regeln anzuschließen. Die Finanzminister wollten den G-20-Gipfel am 24. und 25. September in Pittsburgh vorbereiten.
"Schlag ins Gesicht"
Es müsse verhindert werden, dass "einige Finanzakteure wieder das gleiche destruktive Verhalten" an den Tag legten, warnten die europäischen Minister. Ein solches Verhalten sei nicht nur gefährlich, sondern unanständig, zynisch und inakzeptabel. "Es ist ein Schlag ins Gesicht all derer, die plötzlich arbeitslos werden."
Deutschland, Frankreich und Großbritannien hatten zuvor in einem gemeinsamen Schreiben an die schwedische EU-Ratspräsidentschaft ein geeintes europäisches Eintreten für eine stärkere Regulierung der internationalen Finanzmärkte gefordert. Besonders für die Vergütung der Banker über Boni bedürfe es klarer internationaler Vorgaben, erklärten Bundeskanzlerin Angela Merkel, Staatspräsident Nicolas Sarkozy und Premierminister Gordon Brown.
Britischer Schatzkanzler verteidigt Boni
Der britische Finanzminister Alistair Darling hingegen hat vor dem Treffen der G-20-Finanzminister in London die Zahlung von Boni an Banker verteidigt. "Unser Ziel sollte es nicht sein, Belohnungen für langfristige Erfolge und harte Arbeit zu verhindern." "Exzesse" und "rücksichtsloses Verhalten" müssten jedoch ausgeschlossen werden. Die Entlohnungen müssten zudem "vollkommen transparent" sein und dazu beitragen, dass die Risiken für Banken reduziert würden.
Darling hat andere Länder erneut dazu aufgerufen, ihre Konjunkturprogramme am Leben zu halten. Zwar besserten sich die Aussichten für 2010, aber es gebe immer noch Unsicherheiten, sagte Darling am Donnerstagabend bei einem Treffen von Wirtschaftsvertretern in Glasgow. "Das größte Risiko ist, dass wir denken, die Erholung sei garantiert", sagte der Schatzkanzler. "Kein Land kann selbstzufrieden sein - wir müssen das durchziehen."
(apa/red)

