Lage Opels immer undurchsichtiger: GM will jetzt Milliarden in Autobauer investieren
- General Motors spielt mit Gedanken Opel zu behalten
- Damit werden Karten um Verkaufspoker neu gemischt
·RHJ gibt bei Poker um Opel nochmals Gas
Investor will auf Teil der Staatshilfe verzichten
·Die Würfel im Opel-
Poker sind gefallen
KLICKEN: So verlief der
lange Verkaufsprozess
·Mit Cash, auf Pump oder mittels Leasing?
Autofinanzierung in der Geld-Umfrage der Woche

Die Lage um den deutschen Autobauer Opel wird immer undurchsichtiger. Die Opel-Mutter General Motors (GM) ist nun angeblich bereit, mehr als eine Milliarde Dollar in den deutschen Autohersteller zu investieren. Das berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf eine informierte Person.
Ein solches Vorgehen könnte die Karten gänzlich neu mischen und wäre eine drastische Abkehr von der bisher bekannten GM-Position: Es galt als ausgeschlossen, dass der nach der Insolvenz vom US-Staat kontrollierte Konzern amerikanische Steuergelder ins Ausland pumpen würde. Die Wendung könnte auch die Spekulationen befeuern, GM spiele mit dem Gedanken, Opel doch noch zu behalten. Zudem sehe GM als eine Option, Opel in die Insolvenz gehen zu lassen, hieß es. Der Opel-Gesamtbetriebsrat hat unterdessen damit gedroht, einen Lohnverzicht der Belegschaft zu blockieren, sollte der deutsche Autobauer wieder unter das Dach des US-Konzerns General Motors zurückkehren.
Außerdem geht GM dem Bericht zufolge davon aus, bei den Regierungen Spaniens, Großbritanniens und Polens rund 1 Mrd. Euro an Unterstützung für Opel einsammeln zu können. Diese Länder mit Opel-Standorten hatten sich unzufrieden mit einseitigen deutschen Finanzierungszusagen für den Autozulieferer Magna gezeigt, der Berlins Favorit für die Opel-Übernahme ist. Sie befürchten, dass die Werke in ihren Ländern stärker von Sparmaßnahmen betroffen sein könnten als die Deutschen.
GM favorisierte bisher den in Belgien ansässigen Finanzinvestor RHJ International als Opel-Käufer. RHJ genießt jedoch nicht die Unterstützung der deutschen Bundesregierung. Im August hatte der GM-Verwaltungsrat eine Entscheidung über den Opel-Verkauf aufgeschoben, obwohl sich Konzernchef Henderson wie die Deutschen für Magna ausgesprochen hatte.
"Der Welt" erzählte GM-Europe-Chef Carl-Peter Forster unterdessen, er rechne mit einem Verkauf an den kanadischen Zulieferer Magna. "Am wahrscheinlichsten ist für mich Magna, da alle Voraussetzungen erfüllt und die Verträge durchverhandelt sind sowie auch die Finanzierung steht", sagte Forster. Zwar verlange Magna höhere Garantien als der Finanzinvestor RHJ, biete aber mehr strategische Optionen.
(apa/red)

