So schaffen wir 10.000 neue Jobs: Leitl für 650 Millionen Euro starkes Wachstumspaket
- "Konjunkturpaket würde sich rasch gegenrechnen"
- WKO-Präsident Christoph Leitl im NEWS-Interview

·WK-Präsident warnt vor Steuererhöhungen
Leitl: Verwaltungsreform muss unbedingt gelingen
·"Die Politik muss
jetzt reagieren"
Wirtschaftsbund fordert
Entlastung für die KMU
Schwarze Prognosen, die von bis zu 500.000 Arbeitslosen in Österreich sprechen. Mit Paul Krugman ein Nobelpreisträger, der unserem Land noch im April den Staatsbankrott prophezeite. Alles Meldungen, die die Angst vor der Geldkrise weiter schüren. Doch steht es wirklich so schlimm um uns? Gibt es keinen Ausweg aus der Krise? "Doch", sagt WKO-Präsident Christoph Leitl und fordert im NEWS-Interview von der Regierung ein 650 Millionen starkes Wachstumspaket, das sich seiner Ansicht nach sofort gegenrechnet.
NEWS: Herr Präsident, die Regierung hat mit mehreren Konjunkturpaketen und der Steuerreform versucht, die Krise zu bekämpfen. Haben diese Maßnahmen ihr Ziel erreicht?
Leitl: Was bisher passiert ist, ist sehr in Ordnung. Wir haben die Banken mit einem eigenen Paket unterstützt und auch für KMUs Förderungen und Haftungen ausgebaut. Wir haben mit der Schrottprämie einen Impuls in einer sehr wichtigen Branche gesetzt, und wir haben Förderungen zur thermischen Sanierung umgesetzt. Doch das Budget ist begrenzt. Daher brauchen wir meiner Ansicht nach in einem nächsten Schritt ein Wachstumspaket in Höhe von etwa 650 Millionen Euro, das sich sofort gegenrechnet.
NEWS: Warum soll sich ebendieses Konjunkturpaket sofort rechnen?
Leitl: Weil die Maßnahmen auf einer klaren Rechnung beruhen. Ich fordere weiteres Geld für die thermische Sanierung. Wir haben 1,5 Millionen Wohnungen zu sanieren. Geschieht das nicht, kommen auf die Bewohner hohe Kosten zu, wir belasten die Umwelt, und ab 2012 drohen uns darüber hinaus noch Strafzahlungen der EU. Sanieren wir aber, reduziert das die Kosten, fördert die Beschäftigung und hat einen nicht zu unterschätzenden Steuereffekt. Ich fordere aber auch einen Handwerkerbonus. Wer einen Handwerker engagiert, soll 20 Prozent der Kosten von der Steuer absetzen können. Das dämmt sofort den Pfusch ein und rechnet sich über Mehrwertsteuer und Lohnabgaben. Nicht zuletzt bin ich auch dafür, vorzeitige Abschreibungen durch eine Investitionszusatzprämie zu ersetzen. Das gibt der Wirtschaft Impulse, weiter zu investieren.
NEWS: Und wie, glauben Sie, reagiert die Regierung auf die Forderung nach diesem Wachstumspaket?
Leitl: Das Ganze ist keine Mogelpackung. Ich denke, dass wir heuer noch den einen oder anderen Punkt umsetzen können. Immerhin geht es hier um 10.000 zusätzliche Arbeitsplätze. Der Finanzminister weiß, dass auch beim Staatshaushalt vor allem Wachstum die Lösung ist.
Interview: Christoph Bacher
Lesen Sie das ausführliche Interview im aktuellen NEWS 36/2009!

