Sonderzahlungen für Banker beschneiden:
'Bonus-Kultur muss zu einem Ende kommen'
- EU-Länder ringen noch um eine einheitliche Linie
- 'Sie feiern wie 1999, dabei haben wir schon 2009'

Drei Wochen vor dem G-20-Treffen in Pittsburgh ringen die EU-Länder um eine einheitliche Linie, die millionenschweren Sonderzahlungen für Bank-Manager zu beschneiden. "Die Bonus-Kultur muss zu einem Ende kommen", sagte der amtierende Vorsitzende der EU-Finanzminister, Schwedens Ressortchef Anders Borg, in Brüssel. Er warf den Bankern vor: "Sie feiern wie 1999, dabei haben wir schon 2009."
Nicht alle Länder ziehen mit gleicher Entschlossenheit bei den Plänen mit, die vor allem von Frankreich, Deutschland oder Belgien vertreten werden. Auf die Frage, wie Großbritannien zur Boni-Begrenzung stehe, sagte der niederländische Ressortchef Wouter Bos: "Einige wichtige Länder bewegen sich in die richtige Richtung. Aber nicht jeder bewegt sich so schnell, wie er eigentlich könnte."
Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy war mit seinem nationalen Projekt vorgeprescht, dass Berufsspekulanten heimischer Banken auf einen Teil ihrer erfolgabhängigen Sonderzahlungen nachträglich verzichten müssen, falls sich übergroße Risiken oder Verluste herausstellen. EU-Währungskommissar Joaquin Almunia forderte, Europa solle bei den Bonuszahlungen eine gemeinsame Linie fahren - "auch wenn einige Entscheidungen auf nationaler Ebene getroffen werden".
In Brüssel berieten zunächst die Finanzminister der Eurozone über die Finanzmarktregulierung und die Konjunktur. Später stießen die Ressortchefs der restlichen EU dazu. Am Wochenende werden die Finanzchefs der G-20-Gruppe zu einem Treffen in London zusammenkommen, ehe am 24. und 25. September die Spitzenvertreter der wichtigsten Industrie- und Schwellenländern (G-20) in Pittsburgh Bilanz ziehen und weitere Schritte zum Ausweg aus der Wirtschaftskrise vereinbaren wollen.
(apa/red)

