Melzer schickt Safin in die Major-Pension:
Ringt ehemalige Nr. 1 in vier Sätzen nieder
- In zweiter Runde trifft er auf Juan Martin del Potro
- Köllerer mit Sieg vs. Rui Machado ebenfalls weiter

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Österreichs Tennis-Herren sind bei den US Open in New York nach dem dreifachen Erstrunden-Aus von Sybille Bammer, Patricia Mayr und Yvonne Meusburger für die Damen in die Bresche gesprungen. Jürgen Melzer beendete mit einem viel beachteten 1:6,6:4,6:3,6:4 über Marat Safin die Grand-Slam-Karriere des früheren Weltranglisten-Ersten, im Anschluss schaffte auch Daniel Köllerer im dritten Anlauf seinen ersten Grand-Slam-Sieg. Köllerer bezwang Rui Machado (POR) mit 6:2,6:4,2:6,6:2.
Während der Welser nun auf den Uruguayer Pablo Cuevas trifft, bekommt es Melzer mit der Nummer 6 der Welt, Juan Martin del Potro, zu tun. Dieser setzte sich gegen Landsmann Juan Monaco durch.
Melzer siegte vor den Augen seiner Freundin Mirna Jukic, die ihn schon seit vier Wochen auf der US-Tour begleitet, im fast vollen Louis-Armstrong-Stadion. Und Safin bestätigte danach neuerlich, dass er heuer nur noch fünf Turniere spielen wird und dann aufhört.
Melzer erleichtert
"Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, das war ein Match wie jedes andere. Auf dem Platz hatte ich im ersten Satz große Schwierigkeiten, weil er sehr stark begonnen hat. Ich bin froh, stolz und happy darüber wie ich dann gespielt habe", sagte ein erleichterter Melzer nach diesem wichtigen Sieg. Als es bei 5:4 im vierten Satz noch einmal laut wurde, habe er schon noch einmal nachzudenken begonnen, dass es Safins letztes Grand-Slam-Match sei.
An einen Sieg vor so großer Kulisse bei einem Grand Slam konnte sich Melzer in seiner Karriere nicht erinnern. "Ich habe fest daran geglaubt, dass ich die Partie gewinnen kann. Mir taugt das eigentlich, wenn einer flach und schnell spielt", erklärte Melzer, der auch immer ein Fan der Spielweise des US-Open-Siegers 2000 und Australian-Open-Siegers 2005 war.
Im ersten Satz hatte Safin noch einmal seine große Klasse aufblitzen lassen und Melzer alt aussehen lassen. Mit allein vier Assen im siebenten Game stellte der 29-Jährige nach nur 28 Minuten die 1:0-Satzführung her. Mit zunehmender Spieldauer fand Österreichs Nummer 1 aber immer besser ins Spiel und nützte endlich eine seiner Breakchancen zum 6:4. Mit Breaks zum 4:2 im dritten und zum 3:2 im vierten Satz stellte der Deutsch Wagramer letztlich sicher die Weichen zum Sieg.
Melzer nützte im fast vollen zweitgrößten Stadion, das 10.103 Zuschauer fasst, seinen ersten Matchball zum wichtigen Sieg. Immerhin hat der Niederösterreicher ja auch eine dritte Runde aus dem Vorjahr zu verteidigen. Auch wenn es nur ein Erstrundensieg war, dieser Matchball war auch für Melzer ein besonderer. "An den Benjamin Becker erinnert man sich, dass er den Agassi damals rausgenommen hat. Bei mir ist es nicht so, dass war nicht sein letztes Match."
Besonderer Sieg für Köllerer
Auch für Köllerer war der Sieg über die Nummer 109 der Welt aus Portugal ein besonderer. In seinen bisherigen beiden Hauptbewerbs-Auftritten bei Major-Turnieren hatte er sich heuer in Paris und Wimbledon jeweils in fünf Sätzen geschlagen geben müssen. In einer - wie immer - sehr emotional geführten Partie zeigte der Oberösterreicher, warum er im Ranking zuletzt bis auf Platz 62 kletterte.
Sollten sich Melzer und Köllerer auch in der zweiten Runde durchsetzen, dann käme es gar zum Österreicher-Duell um den Einzug ins Achtelfinale. Doch vor allem auf Melzer wartet eine sehr schwere Aufgabe.
(apa/red)
