Montag, 31. August 2009

Rapids Fehlschüsse waren Austrias Glück: Abschlussschwäche kostet Grün-Weiß Sieg

  • Pacult trauert Erfolg nach und ortet Unruhe im Sturm
  • Daxbacher: "Holen derzeit das Maximum heraus"

Rapid hat im Wiener Derby gegen die Austria klar den Ton angegeben. Eine schwache Chancenauswertung der Grün-Weißen und ein überragender violetter Goalie Szabolcs Safar haben jedoch für das 65. Remis im 290. Duell der Erzrivalen gesorgt. Austria-Coach Karl Daxbacher verließ das Horr-Stadion dementsprechend erleichtert Richtung Länderspiel-Pause, sein Gegenüber Peter Pacult trauerte hingegen zwei verlorenen Punkten nach.

"Wir haben eine sehr gut aufgelegte Rapid-Mannschaft gesehen, die über 90 Minuten besser war und das Spiel im Griff hatte. Nur aufgrund der zahlreichen vergebenen Chancen haben wir die Partie nicht gewonnen, deshalb müssen wir mit diesem 1:1 leben", analysierte Pacult.

Die von Nikica Jelavic, Stefan Maierhofer und Co. vergebenen Top-Möglichkeiten begründete Pacult einerseits durch teilweise überragende Paraden von Safar ("Er hat große Klasse"), andererseits aber auch mit "Unruhe vor dem Tor". "Diese Ruhe fehlt unseren Stürmern, die kommt mit dem Alter und der Erfahrung. Sie haben eine innere Unruhe vor dem Tor und denken sich, 'Hoppala, ich könnte ja jetzt ein Tor schießen'", so Pacult.

Kapitän Steffen Hofmann sah es ganz ähnlich. "Wir hatten vor dem Austria-Tor nicht die nötige Ruhe. Dabei hatten wir die viel besseren Chancen und hätten das Spiel klar gewinnen müssen." Mit Erwin Hoffer hat Rapid genau jener Mann Richtung Italien verlassen, der diese traumwandlerische Sicherheit vor dem gegnerischen Tor ausgestrahlt hatte.

"Absolutes Maximum"
Die Austria war zwar durch Tomas Jun unmittelbar nach der Pause in Führung gegangen, Austria-Trainer Daxbacher wusste aber, dass der Ausgleich durch Maierhofer verdient war. "Das muss man eindeutig sagen." Für Daxbacher ist klar, dass sein junges und neu zusammengewürfeltes Team "derzeit das absolute Maximum herausholt". "Wir spielen am absoluten obersten Level", so Daxbacher.

Das zeigt sich alleine bei bei einem Blick auf die Spiele der vergangenen "englischen Woche" mit drei Partien recht deutlich. Auswärts gegen Sturm Graz siegte die Austria am vergangenen Sonntag schmeichelhaft 1:0, am Donnerstag in der Quali der Europa League hatten die Wiener gegen das zumindest gleichwertige Metallurg Donezk mit 3:2 nach Verlängerung das bessere Ende für sich und im Derby war man schließlich ebenfalls nicht gerade vom Pech verfolgt.

Sehr viel Pech hatte aufseiten der Austria hingegen Matthias Hattenberger, der bei einem Kopfball-Dreikampf mit Markus Katzer und Christopher Drazan einen Jochbeinbruch erlitt und mindestens vier bis sechs Wochen ausfällt. "Zuerst hat er sich zweimal die Schulterbänder gerissen und jetzt der Jochbeinbruch. Er ist bei uns wirklich nicht vom Glück verfolgt. Das tut mir wirklich sehr leid", fühlte Daxbacher mit seinem Tiroler Schützling mit.

(apa/red)

31.8.2009 11:25