Mittwoch, 2. September 2009

"War eine Sache der Wiener": Schaden will mit Förderverein nichts zu tun gehabt haben

  • Jungwirth: Salzburger Bürgermeister war informiert
  • Förderverein wurde im Dezember 2005 angemeldet

Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden bestreitet gegen ihn erhobene Vorwürfe, dass er die Gründung des umstrittenen Olympia-Fördervereins für die letztlich erfolglose Kandidatur der Mozartstadt um die Winterspiele 2014 angeregt haben soll, und bezeichnete diese als "Unsinn". "Das war eine Sache der Wiener", betonte Schaden.

Heinz Jungwirth, der ehemalige Generalsekretär des Österreichischen Olympischen Komitees (ÖOC), behauptet dagegen, dass Schaden für die Gründung des Fördervereins plädiert habe, weil dieser nicht dem Kontrollamt der Stadt Salzburg unterliege. "Nach der Niederlage um die Spiele 2010 gab es Gesprächsrunden, da war der Herr Schaden auch dabei. Wir sollten einen Verein gründen, um Sponsorgelder abrechnen zu können", sagte Jungwirth in einem Standard-Interview.

Verein wurde 2005 angemeldet
"Der spätere Aufsichtsratsvorsitzende Schaden hat gesagt, dass wir einen Verein brauchen, der die Dinge abwickelt, die er nicht über das Kontrollamt und den Landesrechnungshof laufen lassen kann. Und zwar keine öffentlichen Gelder, sondern ausschließlich private, also Sponsorenbeiträge. Die Experten, die du für so eine Sache brauchst, halten sich nicht an das Gehaltsschema der Landesregierung. Also sie wussten alle davon. Der Verein wurde im Dezember 2005 bei der Vereinsbehörde angemeldet. Bundeskanzler Wolfgang Schüssel hat im Bundeskanzleramt ein Mittagessen gegeben, um Sponsoren zu keilen für den Verein", erklärte Jungwirth weiter.

Der Salzburger Verleger und Olympia-Lobbyist Erwin Roth bestätigte die Aussagen des Ex-ÖOC-Generalsekretärs im Gespräch mit der APA. "Schaden war im Detail über die Gründung des Fördervereines informiert", betonte Roth, gegen den die Salzburger Staatsanwaltschaft ebenso wie gegen Jungwirth und drei weitere Personen wegen Untreue im Zusammenhang mit der Olympiabewerbung 2014 ermittelt.

Im ORF-Landesstudio Salzburg meinte Schaden auf Roth angesprochen, dessen Firma in Kroatien für Beratertätigkeiten vom Olympia-Förderverein ein Honorar von 1,17 Millionen Euro erhalten hat: "Ich sage das jetzt auf die Gefahr hin, dass er gerichtliche Schritte gegen uns ergreift: Der Mann hat uns nichts gebracht in der Bewerbung."

(apa/red)

2.9.2009 11:42