Sonntag, 6. September 2009

Neun Tote bei Untergang einer Fähre vor den Philippinen: Über 60 Menschen vermisst

  • Mehrere Insassen sprangen in Panik von Bord
  • Zamboanga: Schiff transportierte 1.000 Passagiere

Eine Fähre mit fast 1.000 Menschen an Bord ist auf den Philippinen in Seenot geraten und gesunken. Neun Menschen ertranken. Mindestens 926 der 968 Menschen an Bord konnten jedoch gerettet werde, wie die Küstenwache mitteilte.

"Unsere Rettungsaktion geht weiter", sagte der Küstenwachen-Kommandant Wilfredo Tamayo. "Wir suchen die Küsten der Provinz Zombaoanga del Norte ab." Dort, ganz im Süden der Philippinen, hatte die Fähre Sonntag früh plötzlich Schlagseite bekommen. "Angeblich war ein Loch im Rumpf", teilte das Büro für Zivilverteidigung mit. Der Kapitän versuchte zunächst das Schiff zu stabilisieren. Nach zwei Stunden befahl er den Passagieren aber, die Schwimmwesten anzulegen, sagte der für Sicherheit zuständige Chef der Reederei Aboitiz Transport Systems Corp, Jess Supan. Die Reederei schickte zwei große Frachtschiffe und kleinere Boote zur Hilfe.

An Bord der "Superferry 9" spielten sich dramatische Szenen ab, berichtete ein Passagier, der von seinem Mobiltelefon aus einen Radiosender in Manila anrief. "Jetzt fühlt es sich so an, als läge das Schiff im 90-Grad-Winkel auf der Seite", sagte Roger Sinsiron. Er wartete zu dem Zeitpunkt mit 50 anderen darauf, von einem der Frachtschiffe aufgenommen zu werden, die die Fährgesellschaft zur Rettung der Passagiere entsandt hatte. Die meisten Passagiere seien in der Nacht durch lautes Getöse aufgeschreckt worden, weil die Ladung im Frachtraum plötzlich verrutschte. Ein Mann und ein Kind ertranken, weil einige Passagiere in Panik ins Wasser sprangen.


(apa/red)

6.9.2009 19:06
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