Sonntag, 6. September 2009

15 Tote bei Schiffsunglück in Mazedonien: Ausflugsschiff kenterte 200 Meter vor Ufer

  • Schiff aus dem Jahr 1924: Erst kürzlich überprüft
  • Ausflugsboot wohl wegen Überlastung untergegangen

Bei einem Schiffsunglück in Mazedonien sind15 bulgarische Urlauber ums Leben gekommen. Nach Angaben der mazedonischen Regierung sank das Ausflugsschiff mit bulgarischen Touristen an Bord am Samstag aus noch ungeklärter Ursache auf dem Ohrid-See. Die bulgarische Regierung sprach den Opfern ihr Beileid aus und kündigte für Montag einen landesweiten Trauertag an.

Die bulgarischen Behörden in Sofia bestätigten, dass es sich bei allen Toten um Bulgaren handelt, darunter ganze Familien. Insgesamt seien 55 bulgarische Touristen an Bord gewesen. Am Sonntag wurden noch zwei der vier teils schwer verletzten Passagiere in einem Krankenhaus in Ohrid behandelt. Unter den Verletzten war auch der 23-jährige mazedonische Kapitän des Schiffes, der nach dem Unglück zunächst für tot gehalten worden war. Nach Angaben der Polizei in Ohrid wurde er nach Verlassen des Krankenhauses für 30 Tage in Polizeigewahrsam genommen.

Das Schiff war etwa 200 Meter vom Ufer entfernt aus zunächst ungeklärter Ursache gesunken. Ein Augenzeuge sagte, es sei innerhalb von nur 30 Sekunden untergegangen. Von einem nahe gelegenen Zeltplatz eilten zahlreiche Urlauber den Schiffbrüchigen zu Hilfe. "Alle klammerten sich an Holzstücke und Bojen", sagte Ivan, einer der Überlebenden, dem bulgarischen Radio. "Dann kamen Urlauber auf einem Boot und haben uns gerettet."

(apa/red)

6.9.2009 12:55