Es wird stürmisch bei IAEO-Herbsttagung: Iranisches Atomprogramm im Zentrum
- Ahmadinejad pocht auf Recht auf Nuklearprogramm
- Auch Nordkorea auf Tagesagenda der Konferenz
·Waffendeals im Groß- format auf hoher See
"Heikle Waren" zwischen Iran und Nordkorea
·Iran: Opposition soll auf die Anklagebank
Ahmadinejad fordert nun härteres Durchgreifen
·Obamas atomare Abrüstungsinitiative
USA wollen die Zahl ihrer Atomwaffen reduzieren
·Atomwaffen in mindestens 8 Staaten
Indien, Pakistan & Israel als De-facto-Atommächte

Vor dem Hintergrund verhärteter Fronten zwischen dem Westen und dem Iran im Streit um das Atomprogramm des islamischen Landes hat ein Treffen des Gouverneursrates der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) begonnen.
Der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad pochte zum Auftakt der Wiener Konferenz in Teheran auf das Recht des Iran, ein eigenes Atomprogramm zu verfolgen. "Unsere Position ist sehr klar - wir reden über die nukleare Frage nur in enger Kooperation mit der IAEA", sagte Ahmadinejad in Teheran.
Ahmadinejad wurde in Agenturberichten aus Teheran ferner mit den Worten zitiert, der Iran sei dennoch zu Gesprächen mit der sogenannten Sechsergruppe aus den fünf Vetomächten im UN-Sicherheitsrat und Deutschland bereit, sofern diese, wie vom Iran vorgeschlagen, "gerecht und logisch" ablaufen. Eine von US-Präsident Barack Obama gesetzte Frist zur Rückkehr Teherans an den Verhandlungstisch zu Gesprächen über sein Atomprogramm bis September wies Ahmadinejad zurück. "Mir ist von einer Frist nichts bekannt", sagte er. Der Westen verdächtigt Teheran, mit seinem Nuklearprogramm unter den Deckmantel ziviler Nutzung an einer Atombombe zu arbeiten. Der Iran hatte das stets zurückgewiesen.
Ende komplett offen
Bei der mehrtägigen Konferenz in Wien, deren genaues Ende offen ist, steht der iranische Atomprogramm als Top-Thema auf der Tagesordnung. Ein Ende August vorgelegter Iran-Report der IAEO hatte ergeben, dass das Land immer noch nicht ausreichend mit der Atom-Kontrollbehörde zusammenarbeitet und noch viele Fragen offen sind. Ende August erhielten die Mitgliedsstaaten der Atombehörde den bis dato jüngsten Bericht zum Iran und zu Syrien. Die israelische und französische Regierung kritisierten, dass der Bericht nicht sämtliche der Behörde vorliegende Informationen wiedergebe. Für Zweifel an den friedlichen Absichten des Iran sorgt auch die ungeklärte Rolle eines "Ausländers mit Sprengstoff-Expertise, dessen Besuch im Iran die Agentur bestätigen konnte".
Iran-Bedrohung "übertrieben"
Der scheidende IAEO-Generalsekretär Mohamed ElBaradei bezeichnete die Bedrohung durch das iranische Atomprogramm dennoch vor kurzem als "übertrieben". Im Gespräch mit dem Fachblatt "Bulletin of the Atomic Scientists" (September-Ausgabe) sagte er, der Iran werde in der nächsten Zeit keine Atomwaffen herstellen.
Neben dem Atomprogramm des Iran wird auch jenes Nordkoreas voraussichtlich auf der Agenda des Gouverneursrates stehen. Nordkorea hatte erst am Freitag die Aufnahme eines Programmes zur Uran-Anreicherung für den Bau von Atombomben eingestanden.
Der IAEO-Gouverneursrat besteht aus 35, von der Generalkonferenz gewählten Ländern. Vertreter der Mitgliedsländer treffen fünfmal im Jahr am IAEO-Sitz im Wien zusammen, um die Linie der UN-Behörde zu verschiedenen Fragen festzulegen.
(apa/red)
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