Montag, 31. August 2009

Suche nach weiteren Opfern im Fall Dugard:
Ermittler durchkämen Hinterhof des Täters

  • Entführungsfall: Leichen auf Grundstück vermutet
  • Phillip Garrido soll bereits in 90ern gemordet haben
    Rührendes Treffen: Jaycee wieder mit Familie vereint

Die Behörden in Kalifornien suchen nach Hinweisen für weitere Verbrechen des mutmaßlichen Entführers der damals elfjährigen Jaycee Lee Dugard. Bewaffnet mit Rechen, Schaufeln und Kettensägen durchkämmten Ermittler auch Haus und Garten des wegen Sexualverbrechen vorbestraften Phillip Garrido. Mit Leichenspürhunden durchsuchten sie auch das benachbarte Grundstück. Anrainer erklärten, Garrido habe bis vor drei Jahren das Nachbarhaus gehütet und die dort lebende ältere Dame betreut. Die Polizei sperrte auch dieses Gebäude ab.

Garrido könnte für die Ermordung von mehreren Prostituierten Anfang der 90er Jahre und noch andere ungelöste Fälle verantwortlich sein, erklärte die Polizei in Antioch, ohne Einzelheiten zu nennen. An den Ermittlungen beteiligte sich auch die Polizei der nahen Stadt Pittsburg. Dort wurden einst die Leichen von Prostituierten in der Nähe eines Gewerbegebiets gefunden, in dem Garrido in den 90er Jahren gearbeitet hatte.

Ehepaar bekennt sich nicht schuldig
Der 58-Jährige und seine Ehefrau Nancy wurden offiziell der Entführung Dugards 1991 beschuldigt. Sie bekannten sich nicht schuldig zu den 29 Anklagepunkten, darunter gewaltsame Entführung, Vergewaltigung und Freiheitsberaubung. Die heute 29-Jährige kam frei, nachdem sie laut den Ermittlern 18 Jahre lang als Sexsklavin gehalten worden war. Während dieser Zeit gebar sie zwei von Garrido gezeugte Kinder.

Jaycee wieder im Kreis der Familie
Nach 18 Jahren der Trennung versuchen das Entführungsopfer Jaycee Lee Dugard und ihre Familie wieder einander näher zu kommen: Mit ihren beiden Töchtern, ihrer Mutter, Schwester und Tante hält sich die 29-Jährige an einem unbekannten Ort auf, wo sie auf die Hilfe von Ärzten und Psychologen bauen kann, wie ihr Stiefvater Carl Probyn dem "San Francisco Chronicle" vom Sonntag erzählte.

"Sie umarmen sich und halten sich gegenseitig fest. Dies wird Monate, wenn nicht Jahre dauern", sagte Probyn.
(apa/red)

31.8.2009 11:40